Wochenende in Wolsztyn

Früher war’s besser … Wir sagen so oft indem wir uns erinnern, früher war das Essen besser, die Menschen sympathischer und das Leben etwas langsamer. Deswegen laden wir Sie auf den Trip in den Ort, wo Sie sich selbst überzeugen, ob das, was traditionell und mit Klima, wirklich besser ist, und bei Gelegenheit besichtigen Sie malerische Städtchen und lernen freundliche Bewohner kennen. Lass uns einen Ausflug nach Wolsztyn, Rakoniewice und Grodzisk Wielkopolski machen.

Diese drei Ortschaften verbindet nicht nur gemeinsame Geschichte und ähnliches Ambiente, aber auch die Bahnlinie – die einzige solche in Polen! Nämlich wird auf der Bahnstrecke von Poznań nach Wolsztyn bis heute geplanter Verkehr durch Dampflokomotiven geführt, genau solche, die unsere Großeltern gefahren haben. Sie können so das Wochenende in Wolsztyn planen, um dorthin mit der morgendlichen Dampflokomotive von Poznań fahren, und die nächsten Städte mit modernen Schienenbussen zu besichtigen.

majster pracujący przy parowozie
Parowozownia Wolsztyn (fot. M. Waszkowiak)
wnętrze hali naprawy parowozów
Parowozownia Wolsztyn (fot. J. Cieślewicz)

Stadt unter Dampf

Wolsztyn wird vor allem mit Dampflokomotiven assoziiert – und sehr zu Recht! Endlich hier ist das einzige Dampflokomotiven Schuppen in Europa, die den planmäßigen Verkehr auf normalen Strecken bedient. Lokschuppen Wolsztyn ist schon über 100 Jahre alt und ist die ganze Zeit ununterbrochen im Betrieb. Hier wird täglicher Service von Dampflokomotiven ausgeführt und hier funktionieren technische Werkstätten. Was aber am wichtigsten, Sie können das alles sehen – genügt es nur die Eintrittskarte zu kaufen. Unbedingt soll man ins Minimuseum reinschauen und eine völlig funktionstüchtige Drehscheibe sehen, auf welcher viele Tonnen wiegende Dampflokomotiven sich wie auf einer Karusselle drehen.

Wochenende in Wolsztyn das sind jedoch nicht nur Dampflokomotiven, machen Sie sich ins Zentrum und an den See auf, und Sie sehen ein der gemütlichsten Städtchen in Großpolen. Es ist wert, die Besichtigung von der Robert-Koch-Straße anzufangen und sowohl ins Museum dieses Nobelpreisträgers reinzuschauen, der in Wolsztyn wohnte, als auch in die benachbarte Touristeninformationsstelle. Das Herz von Wolsztyn ist jedoch der Marktplatz, auf welchem das Rathaus gelegen ist, und im Sommer ist ein großartiger Springbrunnen im Betrieb. Das ist auch der beste Ort für Morgenkaffee und Eis – wir empfehlen Café de Paris. Von hier aus haben Sie wenige Schritte zu der Mole und Promenade am See (hinab ulica Poznańska entlang). Von hier aus gehen Sie in den Norden spazieren, in Richtung Strand und Hafen für Wasserausrüstung. Unterwegs suchen Sie nach geheimnisvollen Gesichtern am Baum. Das ist Kunstwerk des berühmten großpolnischen Künstlers Marcin Rożek, der in Wolsztyn sein Haus und Arbeitsraum hatte, und heute ist das Museum. Im Museum sehen Sie Originale, und am Baum befinden sich zurzeit Kopien.

Wielkopolska z psem - Muzeum Roberta Kocha
Wielkopolska z psem – Muzeum Roberta Kocha (fot. Kadr na 4 Łapy)

Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Zisterzienser

Die zweite Tageshälfte empfehlen wir aktiv am Fahrrad zu verbringen (obwohl man selbstverständlich am See sitzen oder Kaffee schlürfen oder etwas anderes in einer der Wolsztyner Kneipen – es gibt wirklich viele davon! Im Fala Park können Sie Fahrräder ausleihen und nach nahegelegenes Obra fahren, wo sich das ehemalige Zisterzienserkloster und die schöne Rokoko Sankt-Jakob-Kirche aus der Mitte des XVIII Jahrhunderts befinden.

Von Wolsztyn nach Obra führt ein eleganter, bequemer Radweg. Es sind nur 8 km zurückzulegen, also es reichen zwei Stunden, um nach Obra zu fahren und nach Wolsztyn zurückzukehren.

Zum Tagesende haben wir für Sie zwei Vorschläge. Selbstverständlich kann man wieder zum Bahnhof gehen und die nachmittägliche Anfahrt der Dampflokomotive auszuschauen, und sich dann auf die Mole begeben und den Sonnenuntergang bewundern – das ist der perfekte Ort dafür. Sie können auch in das Skansen Budownictwa Ludowego Zachodniej Wielkopolski/Freilichtmuseum des Volksbaus Westgroßpolens (oder mit dem Fahrrad auf dem Rückweg von Obra fahren). Das ist ein ungewöhnlicher Ort – der ganze Dorf in Zeit versetzt, wo Sie sehen werden, wie man früher in dieser Gegend wohnte, wie ein Mühler arbeitete und wie das Leben in einem Schmiedshaus aussah.

Feuerwehrleute aus der alten Kirche

Von Wolsztyn gelangen Sie in 20 Minuten in Rakoniewice – ob mit dem Zug der Wielkopolskie Bahn oder mit dem Auto. Machen Sie Stopp auf dem Marktplatz, das ist das wichtigste Ort der Stadt. Sie überzeugen sich sofort, Rakoniewice haben etwas mit Feuerwehr gemeinsam – der Springbrunnen, aus dem Wasser aus den Feuerwehrschläuchen strömt, lässt keinen Zweifel.

Jetzt soll man die alte evangelische Kirche im Fachwerkbau suchen. Ihre Wände schwarz-weiß kariert sind sehr eigenartig und sie erinnern an malerische deutsche Städtchen sehr. Diesmal werden wir jedoch keine Sakralkunst besichtigen – in der Kirche und umstehenden Gebäuden befindet sich Wielkopolskie Muzeum Pożarnictwa/Wielkopolskie Feuerwehrmuseum. Wer wollte letztendlich einmal nicht Feuerwehrmann werden? Im Inneren sehen Sie Kollektion der Feuerwehr-Ausrüstung, Uniformen, Helme und mehrere Feuerwehrwagen. Sie haben dort sogar Sirene, die angeschaltet werden kann und eine echte Rutschstange der Feuerwehr!

Wielkopolskie Muzeum Pożarnictwa w Rakoniewicach - stare wozy strażackie z lat 20 i 30
Wielkopolskie Muzeum Pożarnictwa w Rakoniewicach (fot. Jakub Rybicki)
rodzina na spacerze
Na deptaku w Grodzisku Wielkopolskim (fot. M. Jankowski)

Auf „Grodzisz“ nach Grodzisk

Tschechen haben Pilsen und ihren Pilsener, wir haben Grodzisk Wielkopolski und unser „Grodzisz“. “Grodziskie“ ist die einzige heimisch polnische Biersorte, die eben in dieser Stadt entstanden ist. Ein bisschen rauchiger Geschmack, niedriger Alkoholgehalt und hohe Kohlendioxid-Sättigung sind seine charakteristischen Merkmale. Dieses Bier wird in Grodzisk bis heute hergestellt, und die Stadt ist voll von Bierakzenten.

Die Besichtigung beginnen Sie vom Hauptmarktplatz, wo gegenüber dem Rathaus Studzienka Ojca Bernarda/Vater-Bernard-Brunnen steht, und die diesen Mönchen darstellende Skulptur. Der Legende nach soll der Benediktiner mit seinem Gebet dazu führen, dass die ausgetrocknete Quelle, aus welcher Bierbrauer von Grodzisk geschöpft haben, aufs Neue mit dem besten Wasser in der Gegend spritzte. Suchen Sie das Schild mit der vollen Legende. Vom Marktplatz nur wenige Schritte teilen Sie von dem historischen Gebäude der Brauerei in Grodzisk. Mehrmals im Jahr gibt es Option seiner Besichtigung, aber vom außen ist es auch äußerst interessant .

Jedoch Grodzisk ist nicht nur Bier (obwohl Gebäuden der Bierbrauerei Sie auf jeden Schritt treffen). Gehen Sie die Promenade entlang, die die zwei Grodzisker Marktplätze verbindet. Woher zwei? Nun hat sich die Stadt rasch entwickelt, und die neuen Einwohner haben angefangen, sich in der Vorstadt anzusiedeln, mit der Zeit einen separaten Stadtorganismus geschaffen zu haben, der dann mit der alten zusammengeschlossen wurde. Imposante Kirche in der Mitte des neuen Marktplatzes ist die ehemalige evangelische Gemeinde.

Grodzisk - Studzienka Ojca Bernarda (fot. Karol Budziński)
Grodzisk – Studzienka Ojca Bernarda (fot. Karol Budziński)