Poznań ist nicht nur die Hauptstadt Großpolens und das Geschichtsdenkmal, aber auch unzählige Sagen und geheimnisvolle Legenden. Die tausendjährige Kathedrale, nicht ein, aber sogar zwei Schlösser und die allen bekannten Ziegenböcke vom Rathausturm… Jedoch echt „Poznaniok“ (Poznańer) blubbern, am besten ist es, ein Martinshörnchen zu knabbern, sich in den Vierteln Wilda und Jeżyce herumzutreiben, oder gemeinsam mit Kleinkindern in den Zoo mit der Bahn zu fahren und dort Affen sehen.
Altstadt, Ziegenböcke und Hörnchen
Besichtigung von Poznań am besten von dem Stary Rynek/Altmarkt anzufangen. Mitten auf dem Marktplatz erhebt sich das Wahrzeichen von Poznań – Renaissance-Rathaus, Mitte des XVI Jahrhunderts durch den italienischen Architekten J.B. Quadro gebaut. A meisten Aufmerksamkeit ziehen auf sich die berühmten Poznańer Ziegenböcke, die sich jeden Tag um 12:00 und 15:00 Uhr mit ihren Hörnern auf dem Rathausturm stoßen, mitten im Klang der Glocken, Glockenspiele und beim vom Trompeter live gespielten Turmblasen. Rathaus spielt nicht mehr seine ursprüngliche Funktion, aber ist der Standort des Stadtmuseums von Poznań.
Neben dem Rathaus sind die Budnik-Häuser errichtet, reizende, kleine Mietshäuser, in deren Vorlauben ehemals mit Heringen oder Kerzen gehandelt wurde. Heute ist ein der am häufigsten fotografierten Sehenswürdigkeiten. Gleich daneben steht Poznańer Pranger, also ehemaliger Ort der Vollstreckung verschiedener Strafen an Verbrechern – natürlich öffentlich, solche mittelalterliche Vorführungen „Licht und Klang“.


Von diesem Ort teilen uns fünf Minuten von der Poznańska Fara/Poznańer Pfarrkirche, die oft Barockperle genannt wird. Die ehemalige Klosterkirche der Jesuiten ist der Haupttempel der Stadt nach Einsturz der alten, noch gotischen Pfarrkirche geworden. Nicht ohne Bedeutung war hier die unglaubliche Pracht, in welcher sie errichtet wurde. Die einzigartige Attraktion sind Orgelkonzerte, die hier am dem durch den berühmten Orgelbauer Friedrich Ladegast gefertigten Instrument gespielt werden.
An der anderen Seite der Altstadt befindet sich Wzgórze Przemysła /Fürst-Przemysł-Hügel (Schlossberg) (der Legende nach ist das ein durch Teufeln von Schlesien verschleppter Berg), auf welchem sich das rekonstruierte Zamek Królewski / Königsschloss befindet. Nach der Stadtlage durch Przemysł den I. wurde es Residenz des Fürsten, und dann königliche Residenz seines Sohnes – Przemysł des II. Das Schloss besitzt in seinen Mauern Museum der Gebrauchskunst, und der Turm ist ein ausgezeichneter Aussichtspunkt.
Was wäre jedoch Wochenende in Poznań ohne Martinshörnchen? Sie sind das süßte Wahrzeichen der Stadt. Rogal świętomarciński/Martinshörnchen ist ein zertifiziertes Produkt und kann nur in Poznań und in der Gegend gebacken werden. Einige Konditoreien im Bereich des Marktplatzes verkaufen originale Hörnchen, aber Sie kaufen sie eigentlich in jedem Stadtwinkel. Unbedingt müssen Sie aber ins Rogalowe Muzeum Poznania/ Croissantmuseum von Poznań vorbeischauen, während einer etwa eine Stunde dauernden, interaktiven und wahnsinnig spannenden Vorführung erfahren Sie alles über Geheimnisse des Martinshörnchen-Backens.
Ostrów Tumski/ Dominsel
Die einzige Insel auf der Warta ist ein der Orte, über welche man sagen kann, dass „hier Polen begonnen hat“. In der riesigen Poznańer Burg errichtete Herzog Mieszko Steinresidenz, zu der eine kleine Kapelle anliegend war -am ehesten der erste christliche Tempel auf diesem Lande.
Bevor Sie jedoch in ihre Geschichte eintauchen, schlagen wir Ihnen vor, die Besichtigung von dem am rechten Ufer gelegenen Brama Poznania/Tor von Poznań anzufangen, also vom Interaktiven Zentrum der Geschichte von Ostrów Tumski. Multimediale, interaktive dauerhafte Ausstellung führt Sie über neun Jahrhunderte der Geschichte von Poznań.


Die Reste der Herzog-Residenz sind gegenwärtig tief im Boden verhüllt, und über ihnen ragt Baukörper von kościół Najświętszej Marii Panny/ der Marienkirche. Umriss des Palatiums ist jedoch durch künstlerische Installation aus Hartglas präzise markiert.
Der zentrale Punkt von Ostrów Tumski ist jedoch Poznańska bazylika archikatedralna/ Kathedrale der Erzdiözese von Poznań, unter Patrozinium Heiliger Peter und Paul. Das gegenwärtige Gebäude ist im meisten Teil gotisch, obwohl es aber ein Effekt nachkrieglichen Wiederaufbaus ist. Originale Formen bewahrten aber zwölf Kappellen, die Seitenschiffe umgeben. Unter ihnen hebt sich besonders die Złota Kaplica/ Goldene Kappelle hervor, im reichen byzantinischen Stil, in welcher sich Sarkophag von Mieszko I und Bolesław Chrobry befindet.
Besuch auf Ostrów Tumski wäre ohne ins Muzeum Archidiecezjalne/ Erzdiözese Museum reinzuschauen nicht komplett. Unter den interessantesten Objekten ist eine der ältesten Monstranzen in Polen in Stiftung von Władysław Jagiełlo und das Schwert des Heiligen Petrus, Gift des Papstes für Mieszko I. Ein bisschen weiter liegt rezerwat archeologiczny Genius Loci /archäologischer Reservat Genius Loci, der Reste ehemaliger Inseldeichanlagen.
Stadtmitte und Kaiserviertel
Westlich von der Altstadt liegt die heutige Stadtmitte von Poznań, deren herkömmliches Zentrum Plac Wolności/Freiheitsplatz ist. Um ihn steht eine Reihe von wichtigen Bauwerken, darunter Raczyński-Bibliothek, Muzeum Narodowe/Nationalmuseum mit Gemälde- und Skulpturengalerie und Hotel Bazar – Ort, wo die Idee organischer Arbeit geboren ist.
Die wichtigste Straße in diesem Teil von Zentrum ist jedoch Święty Marcin/Heiliger Martin, deren Name von der mittelalterlichen Siedlung mit gleichem Namen stammt. Andenken von ehemaliger Vorstadt ist gotische Sankt-Martin-Kirche. Hier befindet sich auch das älteste Kino von Poznań – „Muza“.

Indem wir zur Aleja Niepodległości/Allee der Unabhängigkeit gehen, gelangen wir zum Ort, wo sich noch vor 150 Jahren riesige Befestigungen der Burg Poznań befanden. Nach ihrer Vernichtung wurde ein neuer, repräsentativer Stadtteil geplant. Sein Herz ist Zamek Cesarski/Kaiserschloss – die jüngste monarchische Residenz Europas. Es ist von Teatr Wielki, und auch historischen Gebäuden der Universität, der Bahndirektion und Hauptpost begleitet. Neben dem Schloss befindet sich Centrum Szyfrów/ Schiffrenzentrum Enigma.
Śródka und Jezioro Maltańskie/Malteser See
Ein der kleinsten Stadtteile von Poznań, und zugleich ein der bezauberndsten. Mit Ostrów Tumski verbindet ihn most Biskupa Jordana/Bischof-Jordan-Brücke. Zentrum von Śródka bildet kleiner Marktplatz mit gotischer Sankt-Margarethe-Kirche. Einst war dieser Platz Zentrum von Kleinhandel, heute pulsiert das Leben in Restaurants und Cafés. Hier kann man auch die außergewöhnliche dreidimensionale Wandmalerei/ mural „Die Śródka-Geschichte mit Trompeter auf dem Dach und Katze im Hintergrund ”. Wenn Sie von der Brücke gehen, suchen Sie das Schild mit dem Straßennamen Ostrówek – das ist der Restbestand nach der Stadt Ostrówek, einst die kleinste in Polen, mit nur 100 Einwohnern.
Auf der anderen Seite des breiten Kreisverkehrs von Śródek steht die aus dem XII Jahrhundert stammende kościół Św. Jana Jerozolimskiego za Murami/ die Kirche des Heiligen Johannes von Jerusalem außerhalb der Mauern . Sie ist als Krankenhauskirche entstanden, betrieben von Malteserorden.
Von den Ordensbrüdern nahm seinen Namen nahegelegener künstlicher See – Malta. Den Seeufern entlang fährt Kolejka Parkowa Maltanka/Parkbahn Maltanka, die seit Jahrzehnten die Kleinen und die Erwachsenen in den Neuen Zoo fährt. Große Attraktion ist Aqua Park Termy Maltańskie – ein der größten in Polen.
Jeżyce, Łazarz und Wilda
Wenn Sie mehr Zeit haben, lassen Sie für ein Moment das Zentrum von Poznań und begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise von drei historischen Stadtteilen: Jeżyce, Łazarz und Wilda. Jeder von ihnen hat etwas unterschiedlichen Charakter, in allen bewahrten sich jedoch Hunderte von historischen Miethäusern. Wir finden hier sowohl die ältesten Häuser im Flechtwerk oder Fachwerkbau, als auch außergewöhnlich zierte Mietshäuser im Jugendstil. Die Überbleibsel nach ländlichen Zeiten sind drei Marktplätze, die bis heute ihre Handelsfunktionen spielen.
Jeżyce erscheinen von diesem Drei am meisten gemütlich, hier und da kann man immer noch Überreste von Wirtschaftsgebäuden finden. Entschieden mehr gibt es jedoch solche Mietshäuser, auf deren Erdgeschossen viele interessantesten Kneipen in der Stadt ihren Platz gefunden haben. Jeżyce das ist auch Alter Zoo, der hier schon seit dem Jahre 1871 tätig ist. Ehemals als Geburtsort des Poznańer Hip Hop, heute wird mit der besten Gastronomie assoziiert.

Besichtigung von Łazarz/ Sankt Lasarus am besten von Wilsons Park und Palmenhaus anzufangen, die unikative Pflanzensammlung aus der ganzen Welt. Von hier aus nur wenige Schritte teilen uns von den prächtigsten Poznańer Mietshäusern, für welche sich auch Wien nicht schämen würde, als auch von der genial revitalisierten ehemaligen Kaserne, die heute als Lofts fungieren.
Wenn wir endlich in Wilda ankommen, kann man einen wenig unterschiedlichen Charakter bemerken. Das ist der typischste Arbeiterviertel von den drei, der gleich neben historischen Werken von Hipolit Cegielski gelegen wird. Unter Kuriositäten von Wilda sind sowohl die in den Hauswänden eingebauten Kapellchen, als auch der größte Hof Europas in ehemaliger Arbeiterkolonie. Die Musikgruppe „Pidżama Porno“ hat einmal gesungen, „in der Wilda wohnt der Satan”, das ist jedoch längst nicht wahr, und Wilda zieht Studenten und Künstler an.
Wielkopolska-Nationalpark
Posen (Poznań) ist eine von nur zwei polnischen Städten, von denen aus man den nächstgelegenen Nationalpark in nur 20 bis 30 Minuten erreichen kann. Und das Beste daran: Man braucht dafür nicht einmal ein Auto – die Anreise lässt sich bequem per Zug (bis zu den Bahnhöfen Mosina oder Puszczykówko) oder mit dem Fahrrad über die gut ausgebauten Wege entlang der Warthe vom Stadtzentrum aus gestalten.
Der Wielkopolska-Nationalpark ist wie ein Großpolen im Miniaturformat. Hier erleben Sie alle für die Region charakteristischen Landschaften: sanfte Hügel, zahlreiche Seen, von Mischwäldern bedeckte Ebenen und Auenlandschaften entlang der Warthe. Hie und da liegt ein Findling. All das ist das Ergebnis der letzten Eiszeit, die diese Landschaft vor einigen Jahrtausenden geformt hat.
Ein paar Orte sind ganz besonders sehenswert. Auf jeden Fall lohnt sich der Aufstieg auf den Osowa-Góra-Hügel, eine der höchsten Erhebungen in der Umgebung der Stadt. Er liegt am Rande von Mosina, und auf seinem Gipfel ragt ein hoher Aussichtsturm empor. Von hier aus führt der rote Wanderweg direkt ins Herz des Parks – ideal für einen Tagesausflug. Er verläuft vorbei an mehreren Seen, darunter dem besonders idyllischen Góreckie-See (Jezioro Góreckie). Auf ihm liegt die Schlossinsel (Wyspa Zamkowa), und darauf – wie könnte es anders sein – die Ruine einer Burg. Auch ein Besuch im Naturkundemuseum des Nationalparks in Jeziory lohnt sich (das Gebäude entstand einst als Residenz des NS-Statthalters, und bis heute kann man beispielsweise alte Betonunterstände der Wachen sehen). Ziel des Weges ist Puszczykowo – eine Gartenstadt.

Der Wielkopolska-Nationalpark ist zudem ein Ort voller Legenden. Eine davon erzählt vom Napoleon-Brunnen (Studzienka Napoleona, unweit des Osowa Góra), dessen Wasser dem Kaiser angeblich wie der feinste Champagner geschmeckt haben soll.
Ein Ort, den Sie auf keinen Fall verpassen sollten, ist das am Rande des Parks gelegene Nationalmuseum der Landwirtschaft in Szreniawa. Es beherbergt Polens größte Sammlung zur Geschichte der Landwirtschaft, zu landwirtschaftlichen Geräten und zur ländlichen Kultur. Die Exponate reichen von historischen Hakenpflügen und Dreschflegeln über Traktoren, Agrarflugzeuge und Dampflokomobilen bis hin zu kompletten Produktionslinien aus Zuckerfabriken. Das Museum veranstaltet zahlreiche Events, oft kombiniert mit Handwerker- und Bio-Lebensmittelmärkten.
Puszczykowo – Gartenstadt
Früher war Puszczykowo der beliebteste Sommerfrische-Ort Posens. In der Saison fuhr ein Ausflugsdampfer auf der Warthe, und spezielle Ferienzüge brachten die Urlauber an ihr Ziel. Heute ist Puszczykowo vor allem eine elegante vorstädtische Enklave, die nach dem Konzept der Gartenstadt angelegt wurde. Ein Spaziergang durch die Stadt, bei dem man die Dutzenden historischen Villen bewundert – viele davon im damals modischen Schweizer- oder Tiroler Stil erbaut –, ist daher eine wunderbare Idee. In diesem Stil sind auch die beiden Bahnhöfe des Ortes gehalten.

Eine ganz besondere Attraktion, namentlich für Kinder, ist das Arkady-Fiedler-Literaturmuseum. Der Schriftsteller und Weltreisende verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Puszczykowo und brach von hier aus zu seinen Expeditionen auf. Sein Wohnhaus, das bis heute von den nachfolgenden Generationen der Familie bewohnt wird, dient heute als Museum voller Souvenirs aus aller Welt.
Zielonka-Urwald (Puszcza Zielonka)
Posens zweite „grüne Lunge“. Das riesige Waldgebiet im Nordosten der Stadt gehört zu den beliebtesten Erholungszielen der Posener Bevölkerung. Es eignet sich hervorragend zum Wandern, Kajakfahren und Sonnenbaden am See, vor allem aber für Radtouren.
Der Urwald ist recht weitläufig, doch viele Orte lassen sich bequem mit dem Zug erreichen – etwa über die Bahnhöfe Czerwonak, Owińska, Sława Wielkopolska und Skoki. Von jedem dieser Punkte führen Wege tief in den Wald hinein. Wenn Sie mit dem Auto anreisen, finden Sie auf einem der vielen Waldparkplätze problemlos einen Stellplatz. Die Seeufer sind frei zugänglich und unbebaut.
Das Erkunden des gesamten Zielonka-Urwalds kann mehrere Tage in Anspruch nehmen, aber es gibt einige Orte, die wir Ihnen ganz besonders ans Herz legen möchten:
- Aussichtsturm auf dem Dziewicza Góra mit einem genialen Panoramablick über den Zielonka-Urwald, die umliegenden Dörfer und das nahe Posen
- Ehemaliges Zisterzienserinnenkloster in Owińska mit einer wunderschönen Barockkirche, heute Sitz einer Schule und des einzigen typhlologischen Museums in Polen (mit Exponaten zur Kultur und Bildung sehbehinderter und blinder Menschen)
- Forst-Arboretum in Zielonka – ebenfalls ein hervorragender Ausgangspunkt für weitere Wanderungen
- Wallfahrtskirche in Dąbrówka Kościelna
- Strände und Badeseen in Tuczno, Kamińsko und Owińska


Die Nähe des Waldes und der Reichtum an Holz führten dazu, dass in der Region zahlreiche Holzkirchen entstanden, von denen nicht weniger als 12 bis heute erhalten sind. Sie alle verbinden sich auf der „Route der Holzkirchen rund um den Zielonka-Urwald“. Folgende Gotteshäuser gehören dazu:
- Kicin, Kirche des hl. Josef, Bräutigam der Maria
- Wierzenica, Kirche des hl. Bischofs Nikolaus
- Uzarzewo, Kirche des hl. Erzengels Michael
- Długa Goślina, Kirche der hl. Maria Magdalena
- Węglewo, Kirche der hl. Katharina von Alexandrien
- Kiszkowo, Kirche des hl. Johannes des Täufers
- Łagiewniki Kościelne, Fronleichnamskirche
- Sławno, Kapelle der hl. Rosalia
- Skoki, Kirche des hl. Bischofs Nikolaus
- Jabłkowo, Kirche des hl. Erzengels Michael
- Raczkowo, Allerheiligenkirche
- Rejowiec, Herz-Jesu-Kirche
Ausflug mit der Dampfeisenbahn
Dies ist eine der letzten erhaltenen Schmalspurbahnen Polens, auf der man in historischen Waggons mitfahren kann, die von einer echten Dampflokomotive gezogen werden. Dampfwolken und Rauch aus dem Schornstein, das Quietschen der Bremsen und die Pfeife des Schaffners in seiner nostalgischen Uniform – genau das zeichnet die Atmosphäre der Schrodaer Kreisbahn (Średzka Kolej Powiatowa) aus. Eine Fahrt ist an jedem Wochenende im Frühling und Sommer möglich.
Die Fahrt auf der Strecke von Środa Wielkopolskiej nach Zaniemyśl dauert etwa eine Stunde und legt rund 14 km zurück. Die Bimmelbahn stoppt mehrmals, sodass man sogar kurz aussteigen und ein Foto schießen kann. Der Aufenthalt am Bahnhof Zaniemyśl ist ausreichend lang, um gemütlich ein Eis zu essen oder eine Konditorei zu besuchen, bevor man entspannt wieder zurück nach Środa fährt. Entlang der Strecke ist alles im Retro-Stil gehalten – das Personal in Uniformen, die Bahnhofsschilder und sogar die Pappfahrkarten.


In der Nähe der Schrodaer Kreisbahn gibt es noch zwei weitere sehenswerte Attraktionen. Die erste ist die Edwardsinsel (Wyspa Edwarda) in Zaniemyśl. Dort besaß Graf Edward Raczyński sein Sommerhaus. Dort beendete er auch sein Leben auf recht spektakuläre Weise, indem er sich mit einer Kanone erschoss. Heute ist Zaniemyśl ein Ort der Erholung mit einem Strand, Badebereich und hervorragender Gastronomie in der Nähe. Der zweite Ort ist die Brauerei Gzub (Browar Gzub) in Annopol. Doch das ist nicht nur ein Ort, an dem wirklich gutes Bier gebraut wird! Sie verfügt über einen ganzjährigen Biergarten und einen eigenen Campingplatz.
Schloss Kórnik
Es ist das wohl bekannteste Schloss Großpolens, was angesichts der außergewöhnlichen Architektur, der erhaltenen reichen Ausstattung und der geheimnisvollen Legenden rund um das Anwesen kaum überrascht.
Die bis heute erhaltene Gestalt des Schlosses ist Tytus Działyński zu verdanken, dessen Absicht es war, den Familiensitz in ein Museum und eine öffentlich zugängliche Bibliothek zu verwandeln. Mitte des 19. Jahrhunderts baute er das Schloss im Stil der englischen Neogotik mit orientalischen Elementen um.
Hinter dem Schloss erstreckt sich das Kórniker Arboretum auf einer Fläche von 50 Hektar, was es zum viertgrößten in Europa macht. Zugleich ist es das älteste Arboretum Polens. Besonders verzaubert es im Frühling, wenn der Flieder sowie die Azaleen und Rhododendren blühen.

Untrennbar mit dem Schloss Kórnik verbunden ist die Legende von der Weißen Dame (Biała Dama) – Teofila von Działyński-Potulicka, die in ein weißes Kleid gehüllt von ihrem Porträt auf die Besucher herabblickt. Die Geschichte besagt, dass sie um Mitternacht aus dem Bildrahmen steigt und sich im Park mit einem geheimnisvollen Reiter auf einem schwarzen Pferd trifft.
Palast von Rogalin
Sie betreten das Anwesen durch ein verziertes Tor, vor Ihnen erstreckt sich ein repräsentativer Innenhof und an dessen Ende der prachtvolle Palast, der mit seinen zwei halbkreisförmigen Seitenflügeln die gesamte Landschaft zu umarmen scheint. Hier kann man sich wie ein einstiger Gast der Grafen Raczyński fühlen, den früheren Besitzern des Palastes von Rogalin. Heute ist das Schloss eine Filiale des Nationalmuseums. Doch fantastische Architektur und wunderschöne Innenräume sind noch längst nicht alles: Zum Palast von Rogalin gehören auch eine Gemäldegalerie, ein französischer Garten, ein englischer Landschaftspark mit 800-jährigen Eichen sowie eine Remise. Planen Sie am besten einen ganzen Tag für den Besuch ein.
Der Rundgang führt durch die Schlafzimmer der Eigentümer und ihrer Kinder, den ehemaligen Ballsaal (der später zur Waffensammlung umgestaltet wurde) sowie die phänomenal gestaltete Bibliothek. Möbel, Tapeten und Einrichtungsgegenstände wurden mit großer Liebe zum Detail rekonstruiert, und die Wände sind mit zahlreichen Kunstwerken geschmückt. Am faszinierendsten ist die Bibliothek, die mühelos als Kulisse für den nächsten Zaubererfilm dienen könnte.


Der englische Park, der zur Zeit von Graf Edward Raczyński angelegt wurde, ist vor allem als Heimat uralter Eichen bekannt. Die ältesten Bäume sind 500, manche sogar 800 Jahre alt! Besonders berühmt sind die Eichen mit den Namen Lech, Czech und Rus – benannt nach den drei slawischen Brüdern aus der bekannten Sage. Die vierte Eiche heißt Edward, natürlich zu Ehren des Grafen.
Mit dem Kajak auf der Warthe
Obwohl die Warthe der drittlängste Fluss Polens ist, gilt sie gleichzeitig als äußerst beliebte Kajakroute. Das Beste daran: Einer der interessantesten Abschnitte liegt direkt vor den Toren Posens. Auf der Strecke von Radzewice nach Puszczykowo paddelt man durch Auenlandschaften, Auwälder und in unmittelbarer Nähe uralter Eichen. Erstaunlich ist: Trotz der Nähe zur Großstadt überquert auf dieser Strecke nur an einer einzigen Stelle eine Brücke den Fluss.
Natürlich brauchen Sie kein eigenes Kajak – in der Region gibt es zahlreiche Anbieter, die professionell organisierte Kajaktouren im Programm haben.
