Wochenende auf der Piastenroute

Ist ein Wochenende ausreichend viel Zeit für Besichtigung der Piastenroute? Mit Sicherheit schon, aber wenn Sie Besichtigung in Slow Stil mögen, besser etwas länger bleiben. Wir werden hier Spuren der Anfänge von polnischen Staat auffinden, in tausendjährigen Kathedralen, zahlreichen Burgen aus den Zeiten erster Herrscher und von Geheimnisaura in alten Abteien umhüllt. Ruhe bieten zahlreiche Seen und Waelder des Zielonka urwaldes an. Dieser Urwald ist auch von umstehenden hölzernen Kirchen berühmt.

Piastenroute (Szlak Piastowski)

Szlak Piastowski/Piastenroute ist die älteste Touristenroute in Polen, die Orte als Zeugnis der tausendjährigen Geschichte des polnischen Staates verbindet. Sie verlauft über zwei Woiwodschaften, indem sie zwei Strecken bildet: vom Norden in den Süden und vom Osten in den Westen. Diesmal werden wir von Poznań östlich nach Gniezno und Trzemeszno reisen, wir halten auf Ostrów Lednicki auf, um dann uralte Siedlungen in Giecz und Grzybowo und alte Zisterzienserabtei in Ląd an der Warta zu besichtigen. Wir fangen jedoch an einer perfekter Stelle für Aufwärmung vor dem Ausflug an.

zachód słońca na ostrowie tumskim
Katedra w Poznaniu

Pobiedziska

Ungefähr halbwegs zwischen Gniezno und Poznań, in Pobiedziska, kann man Piastenroute in aller Kürze sehen. Eben hier, bei der Straße, befindet sich Skansen Miniatur Szlaku Piastowskiego/Miniaturpark der Piastenroute , wo aufwendig gefertigte Miniaturen der wichtigsten Bauwerken von Anfängen des polnischen Staates gesammelt wurden. Gleich neben dem Freilichtmuseum Gród Pobiedziska, interessant nicht nur für junge Globetrotter. Hinter der frühmittelalterliche Festung imitierenden Palisade wurden Repliken alter Belagerungsmaschinen und Ausstattung von Zeughaus gesammelt. Die Besucher können alles berühren, Rüstung anziehen und ein Duell auf Schaumschwerte austragen und an alten Spielen und Späßen teilnehmen.

mianitury w Pobiedziskach
Dzieci w skansenie (fot. M. Adamczyk)

Poznań

Poznań/Posen ist eine Idee für ein völlig eigenständiges Wochenende, aber das lässt sich nicht vermeiden, das tausendjährige Piastenerbe der Hauptstadt von Wielkopolska/Großpolen und königliche Vergangenheit der Stadt zu erwähnen. Das in dieser Hinsicht außergewöhnliche Ort ist Ostrów Tumski – eine in Strömung des Flusses Warta gelegene Insel. In ihrem Zentrum ragt riesige St.Peter-und Paul-Kathedrale/ katedra św. Piotra i Pawła. Sie ist als Ruhestatt der ersten polnischen Herrscher: Mieszko I und seines Sohnes Königs Bolesław Chrobry berühmt. Ihr Sarkophag befindet sich in der blendenden Goldkappelle.

In den Zeiten von Mieszko und Bolesław auf Ostrów Tumski befand sich eine riesige Festung, und darin repräsentativer Sitz des Herrschenden, Palatium genannt. Seine Fundamente wurden unter der gotischen Marienkirche entdeckt. Heute wird der Umriss des Palastes, und auch der Palastkappelle – der ersten christlichen Kirche in Polen – von der Kunstinstallation aus beleuchtetem Glas umrissen. Gleich modern ist das naheliegende Gebäude Brama Poznania/Posener Tor – Interaktywne Centrum Historii Ostrowa Tumskiego/Interaktives Zentrum der Geschichte von Ostrów Tumski. Multimediale Ausstellung entdeckt vor Ihnen alle Geheimnisse und ungehörte Erzählungen aus der Geschichte von Poznań.

zachód słońca na ostrowie tumskim
Katedra w Poznaniu

An dem anderen Ufer von der Warte, auf dem Hügel von Przemysł /Przemysł-Berg (der Legende nach vom Teufel aufgeschüttet) erhebt sich Zamek Królewski/Königliches Schloss. Das ist gegenwärtige Rekonstruktion des Sitzes von König Przemysł des II. Die Innenräume werden durch Museum der Gebrauchskunst belegt, und der Turm ist ein toller Aussichtspunkt auf die Altstadt. Mit der Kathedrale und vielen anderen Sehenswürdigkeiten ist es mit Trakt Królewsko-Cesarski/Königlich-Kaiserlichem Trakt verbunden, also touristischer Stadtstrecke. Im Gelände erkennen Sie sie nach charakteristischen Schildern mit Bildnis der königlichen Krone.

Ostrów Lednicki

„Herrscherinsel” genannt – uraltes Lednica, wo Burgreste aus den Zeiten des Herzogs Mieszko des I. und des Königs Bolesław Chrobry entdeckt wurden. Es haben sich hier Fragmente von Palatium mit Herzogskapelle und deutlich abgrenzende Burgwälle erhalten. Das ist ein der wichtigsten Objekte auf der Piastenroute! Auf der Besichtigungsstrecke befinden sich auch Reste von tausendjährigen hölzernen Brücken, die Lednica mit Festland verbunden haben. Auf die Insel kann man mit Fähre gelangen, die in Öffnungszeiten des Museums fährt. Seit vielen Jahren werden hier archäologische Forschungen geführt, die immer wieder neues Licht auf die Zeiten unserer Vorfahren werfen. Effekte dieser Arbeiten kann man im modernen Museumshaus ansehen.

In die uns etwas näheren Zeiten kann man sich im Wielkopolski Park Etnograficzny/ Wielkopolski Ethnographischen Park in Dziekanowice versetzen . Hier wurden vor allem die von großpolnischen Dörfern versetzten Gebäuden aus dem XIX. Jahrhundert zusammengetragen, angefangen von der Schule, Gasthaus und Kirche, über Hütten und Wirtschaftsbauten, mit ehemaligem Herrenhaus letztendlich. Der Besuch hier ist eine richtige Zeitreise.

ruiny palatium
Ruiny palatium na Ostrowie Lednickim (fot. T. Lipień)
kobieta w tradycyjnym stroju trzymająca wianki
Noc Kupały na Lednicy (fot. R. Woźniak)

Gniezno

Von Lednica aus ist es nur ein kurzer Katzensprung nach Gniezno (Gnesen), wo das Herz des Piasten-Pfades schlägt. Das wichtigste und bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist der Lech-Hügel mit seiner imposanten Kathedrale – dem Ort der Krönung der ersten polnischen Könige. Ein idealer Ausgangspunkt für Ihren Rundgang ist das Museum der Erzdiözese Gniezno, dessen Ausstellung die ältesten und wertvollsten Schätze der polnischen Geschichte präsentiert.

Im Inneren der Kathedrale, direkt an der Stelle des Hauptaltars, fällt sofort der riesige silberne Sarkophag des heiligen Adalbert ins Auge, der dem Grab des heiligen Petrus in Rom nachempfunden ist. Das wertvollste Kunstwerk der Kathedrale ist jedoch die berühmte Bronzetür von Gniezno – ein Meisterwerk romanischer Kunst von Weltrang. In 18 detailreichen Bildfeldern erzählt sie das bewegte Leben des heiligen Adalbert. Achten Sie auf die aufwendige Verzierung rund um die Szenen: Zwischen verschlungenen Pflanzen und Fabelwesen entdeckt man sogar einen kleinen Affen, der Weintrauben nascht, sowie Herkules mit seiner Keule! Für ein fantastisches Panorama über ganz Gniezno lohnt sich der Aufstieg auf den Kathedralturm.

Figura Bolesława Śmiałego w Gnieźnie
Figura Bolesława Śmiałego w Gnieźnie (fot. Sebastian Ucinski)
panorama Gniezna z katedrą
Katedra w Gnieźnie (fot. S. Ucinski)

Einen etwas umfassenderen Einblick in die Zeit der ersten Piasten bietet das Museum der Anfänge des polnischen Staates. Hier treffen originale mittelalterliche Fundstücke auf Vorzeigereplikate der wichtigsten Bauwerke des Piasten-Pfades. Zudem ist es das interaktivste Museum der Stadt – schauen Sie vor Ihrem Besuch unbedingt in den Veranstaltungskalender!

Die schönste Art, die Stadt zu erkunden, ist ein Spaziergang auf der Königlichen Route (Trakt Królewski). Auf diesem Stadtrundweg begleiten Sie ganz besondere Fremdenführer: Hasen! Entlang des Weges begegnen Sie Bronze-Figuren wie einem Piasten-Krieger, einem Kloster-Schreiber, aber auch einem Oldtimer-Chauffeur oder einem Hasen beim Weinverkosten. Zudem schmücken Statuen aller in Gniezno gekrönten Könige sowie Figuren aus bekannten Sagen die Route. Bei der Orientierung helfen Broschüren aus der Tourist-Information (Chrobry-Straße, direkt neben der Statue des thronenden Königs) oder die kostenlose App „Królika Goń!“ (Jag den Hasen!).

Nahe dem Marktplatz steht die eindrucksvolle Franziskanerkirche. Früher handelte es sich hierbei eigentlich um zwei Kirchen in einer: Ein Teil gehörte den Mönchen, der andere diente den Klarissinnen als Oratorium, die von Herzogin Jolanthe nach Gniezno geholt wurden. Durch kleine Fensteröffnungen konnten die Nonnen der Messe lauschen, ohne die Brüder durch ihre Anwesenheit abzulenken.

Es mag heute überraschen, aber für die damaligen Bewohner war nicht die Kathedrale die wichtigste Kirche der Stadt, sondern die Stadtpfarrkirche der Heiligen Dreifaltigkeit (Fara). Das gotische Bauwerk stammt aus der Zeit um 1430. Werfen Sie einen genauen Blick auf die schiffsförmige Kanzel und warten Sie am besten bis Punkt 12 Uhr mittags: Dann ertönt das Glockenspiel vom Turm und eine bewegliche Figur des heiligen Adalbert kommt zum Vorschein.

Besteht Gniezno nur aus Kathedrale und Piasten-Geschichte? Keineswegs! Das Stadtzentrum ist überwiegend von der Architektur des 19. Jahrhunderts geprägt. Achten Sie auf die niedrigen Häuser in der Tumska-Straße – sie sind die ältesten der Stadt und entstanden nach einem verheerenden Stadtbrand. Die Umrisse der historischen Bebauung lassen sich an den roten Linien im Pflaster des Marktplatzes sowie an zahlreichen Bronzemodellen ablesen. Sehr empfehlenswert ist auch das Postgebäude, dessen durchbrochener Turm einst als Knotenpunkt für alle Telefonleitungen der Stadt diente, sowie die benachbarte ehemalige Freimaurerloge.

Technikbegeisterte finden in Gniezno zudem ein Technikmuseum und ein Museum für Retro-Videospiele. Das bedeutendste Denkmal moderner Technik ist jedoch der Ringlokschuppen (Parowozownia Gniezno) – das wahrscheinlich größte erhaltene Dampflok-Depot Polens, das bei einer geführten Tour besichtigt werden kann. Für die Einheimischen ist es mindestens genauso wichtig wie die Kathedrale selbst: Man erzählt sich, dass früher fast jeder dritte Einwohner Gnieznos auf die eine oder andere Weise für die Eisenbahn gearbeitet hat!

Trzemeszno

Uber sieben Jahrhunderte gehörte Trzemeszno zu Regularkanoniker, die Mitte des XII Jahrhunderts Herzog Bolesław Krzywousty einführte. Das wichtigste Objekt ist hier Mariä Himmelfahrt und Sankt Michelangelo Basilika, die hier als Perle des großpolnischen Barocks gilt. Der Legende nach hier sollte durch einige Zeit der Körper von Sankt Adalbert geruht haben. Obwohl die Basilika wortwörtlich mit barocker Pracht strotzt, geschultes Touristen-Auge findet im Inneren ohne Probleme romanische Säulen und Portal, die uns plötzlich in der Zeit um einige Jahrhunderte rückwärts bringen.

para zwiedza bazylikę
Bazylika w Trzemesznie (fot. Kamil Grzebyta)

Giecz

In dem wenig weiter gelegenen Giecz wurden mehr Gedenken aus den Zeiten erster Piasten erhalten geblieben. Das ansehnlichste ist die romanische kościół św. Mikołaja/ St.Nikolauskirche, im XII Jahrhundert gebaut, aus behauenen Granitsteinen und mit Steinmauer umgeben. Auf dem Gebiet der Burg befinden sich Reste des Palatiums, das aus ungeklärten Gründen nie zu Ende gebaut wurde.

Auf der Vorburg in rekonstruierten Hütten wurde eine das Leben einstiger Bewohner präsentierende Ausstellung eingerichtet. Oft kann man hier an Workshops für Erwachsene und Kinder teilnehmen. Es ist auch wert hierher im November zu kommen, wenn spektakuläre Rekonstruktionen von slawischen „Dziady“/“Totenfeier“ stattfinden.

Grzybowo

Ebenso beeindruckend, aber auch definitiv mehr geheimnisvoll ist gród/Burg in Grzybowo bei Września. Unumstritten war ein der größten Zentren zu Zeiten der ersten Piasten, jedoch ihre genaue Rolle, und desto mehr warum sie so plötzlich verlassen wurde, wurden nie aufgeklärt.

Hier befindet sich Zweigstelle des Museums auf Lednica, und Eingang zur Burg wird vom Museumsgebäude gebildet, nach dem Vorbild eines frühmittelalterlichen wehrtüchtigen Tors. Die meisten Touristen kommen hier Mitte August, wenn Grzybowski Turniej Wojów/ Grzybowski Turnier der Krieger stattfindet. In dieser Zeit zahlreiche Rekonstruktionsgruppen bauen ihre Lagerstätten, bereiten Speisen, und Event-Höhepunkt ist Rekonstruktion der Schlacht um die Burg und Abendkonzert.

bitwa średniowiecznych wojów
Grzybowski Turniej Wojów (fot. Karol Budziński)

Ląd nad Wartą/ Ląd an der Warta

In diesem Moment biegen wir schon stark von der Hauptstrecke der Piastenroute ab, wir bleiben immer noch an Orten, die Wiege des polnischen Staates sind. Über seine Entwicklung haben nicht nur mächtige Burgen und Feldzüge entschieden, aber auch das durch Ordensbrüder mitgebrachte Wissen.

Solch ein Ort ist Ląd nad Wartą/ Ląd an der Warta, dessen Geschichte reicht bis ins Jahr 1145 zurück. In gotischen Klöster-Inneren mit dem Kapitelsaal begeistert das auf einem einzelnen Pfeiler ruhende Gewölbe und Oratorium des heiligen Jacobus. Seine Wände verziert Polychromie aus dem Jahre 1370, die als ein wertvollsten Denkmäler der gotischen Malerei in Polen anerkannt wird. Die gegenwärtige, barocke Form mit riesiger Kuppel bekam die Klosterkirche beim Umbau im XVII und XVIII Jahrhundert.

klasztor cysterski otoczony mgłami
Ląd nad Wartą (fot. Janusz Nowak)

Pyzdry

Wochenendtrip auf der Piastenroute beenden wir in Pyzdry. Gegenwärtig ist das ein bisschen schläfriges Städtchen am Ufer der Warta gelegen, in der Vergangenheit war es jedoch ein der wichtigsten Zentren Großpolens.

Der Ort hat sich 2024 unter den touristischen Wundern Polens in der Volksabstimmung des Magazins „National Geographic Traveler” gefunden. Alles begann seit Bemalen eines riesigen Wandgemäldes an der Wand der Sporthalle, auf welchem die wichtigsten Ereignisse in der 800-jährigen Stadtgeschichte dargestellt wurden. Wir finden dort den König Kasimir den Großen, der dank geheimen, unterirdischen Tunneln der Kreuzritter Gefangenschaft entgangen ist. Es gibt eine Szene, die die erste dokumentierte Nutzung von Artillerie auf polnischem Land mit dem in den Himmel segelnden Ortspfarrer zeigt – der das erste Schussopfer war. Es gibt auch Hexen, die auf dem Scheiterhaufen wegen angeblicher Zaubereien verbrannt wurden.

Nach solch kurzer Geschichtslektion können wir auf der Promenade der Warta entlang spazieren gehen, um die schönsten Mosaiktreppen in Großpolen und alte Klosterbauten nach Franziskaner zu sehen, wo heute Muzeum Regionalne Ziemi Pyzdrskiej/Regionales Museum des Pyzdry-Landes platziert ist. Weitergehend, gelangen wir bis zur schön renovierten Holländerwindmühle mit Ausstellung über Müllereibetrieb-Thematik.

Pyzdry o wschodzie słońca
Pyzdry o wschodzie słońca
Zielony drewniany dom w Pyzdrach, przed nim para młodych ludzi
Pyzdry (fot. M. Jankowski)

Wągrowiec

Die Geschichte von Wągrowiec ist aufs Engste mit den Zisterziensern verbunden. Die Mönche ließen sich zunächst im nahe gelegenen Łekno nieder, bevor sie ihren Sitz nach Wągrowiec verlegten. Genau diese Bauwerke und Spuren, die auf die jahrhundertelange Arbeit des Ordens zurückgehen, brachten der Stadt ihren verdienten Platz auf dem Piasten-Pfad ein.

Bei einem Spaziergang durch Wągrowiec stößt man auf Schritt und Tritt auf Zeugnisse dieser klösterlichen Vergangenheit. Auf den ersten Blick sticht die Silhouette der Klosterkirche mit ihren zwei charakteristischen Türmen ins Auge – von ihrer einst reichen Innenausstattung ist im Laufe der Zeit leider nicht viel erhalten geblieben. Umso prachtvoller präsentiert sich dafür das Innere der Pfarrkirche des heiligen Apostels Jakobus: Bewundern Sie die wunderschönen Renaissance-Altäre, die imposanten Sterngewölbe und die Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert in einer der Seitenkapellen.

Kościół farny św. Jakuba w Wągrowcu
Kościół farny św. Jakuba w Wągrowcu (fot. Karol Budziński)

Vor der Kirche steht das Denkmal für einen der berühmtesten Söhne der Stadt: Pater Jakub Wujek. Er erlangte historische Berühmtheit durch seine Übersetzung der Bibel ins Polnische – ein Meisterwerk, das stolze 365 Jahre lang genutzt wurde, bis die sogenannte Jahrtausend-Bibel erschien.

Mit den Zisterziensern ist auch eines der bekanntesten und kuriosesten Highlights von Wągrowiec verbunden: die Kreuzung der Flüsse Wełna und Nielba. Das Phänomen entstand im 19. Jahrhundert im Zuge von Flussregulierungen und hydrotechnischen Arbeiten – hier überschneiden sich zwei Flussläufe fast rechtwinklig und fließen danach einfach ungehindert in ihre jeweiligen Richtungen weiter!

Ruhe dich im Wald aus

Für eine kleine Auszeit empfehlen wir die Puszcza Zielonka (Zielonka-Heide), die nur einen Katzensprung von der Hauptroute des Piasten-Pfades entfernt liegt. Dieser riesige Wald gehört zu den liebsten Naherholungsgebieten der Einwohner von Poznań. Er ist der perfekte Ort für Wanderungen, Kajaktouren, entspannte Tage an den Badeseen – und allen voran für ausgiebige Radtouren.

Um die gesamte Puszcza Zielonka zu erkunden, könnte man problemlos mehrere Tage einplanen. Hier sind jedoch einige Highlights, die wir Ihnen besonders ans Herz legen möchten:

  • Aussichtsturm auf dem Dziewicza Góra: Bietet ein fantastisches Panorama über das Waldmeer, die umliegenden Dörfer und die nahe gelegene Silhouette von Poznań.
  • Ehemaliges Zisterzienserinnenkloster in Owińska: Mit einer wunderschönen Barockkirche; heute beherbergt die Anlage eine Schule sowie Polens einziges Typhlologisches Museum, das Exponate zur Kultur und Bildung sehbehinderter und blinder Menschen sammelt.
  • Wald-Arboretum in Zielonka: Ein zauberhafter Ort und zugleich ein idealer Ausgangspunkt für weitere Entdeckungstouren.
  • Wallfahrtskirche in Dąbrówka Kościelna: Ein stimmungsvoller Ort der Stille und Besinnung mitten im Grünen.
  • Strände und Badeseen in Tuczno, Kamińsko und Owińska: Perfekt für eine erfrischende Pause an heißen Sommertagen.

Die Nähe zum Wald und der Reichtum an Holz führten dazu, dass in dieser Region zahlreiche Holzkirchen entstanden. Erstaunliche 12 davon haben sich bis heute erhalten. Sie alle sind durch den Pfad der Holzkirchen rund um die Puszcza Zielonka miteinander verbunden.

Zu den bedeutendsten Stationen der Route gehören:

  • Kicin: St.-Josephs-Kirche
  • Wierzenica: St.-Nikolaus-Kirche
  • Uzarzewo: St.-Erzengel-Michael-Kirche
  • Długa Goślina: St.-Maria-Magdalena-Kirche
  • Węglewo: St.-Katharina-von-Alexandrien-Kirche
  • Kiszkowo: St.-Johannes-der-Täufer-Kirche