Nur 20 Kilometer südlich von Poznań entfernt gibt es einen Ort, an dem die dichte Bebauung des Ballungsgebietes der Natur weichen musste. Das weite Warthetal ist eine Landschaft voller Altwasser und Wiesen. Hier befindet sich die größte Ansammlung uralter Eichen in Polen. Einige davon sind fast 800 Jahre alt. In der Mitte erhebt sich das prächtige Schloss Rogalin, früher der Sitz der Familie Raczyński und heute eine Außenstelle des Nationalmuseums.
Die außergewöhnliche Landschaft des Warthe-Tales von Rogalin erinnert an die alten Zeiten, als die Flüsse noch frei fließen konnten, sich durch Wiesen und regelmäßig überschwemmte Wälder schlängelten und Andenken in Form von Altarmen hinterließen.


Die Eichen von Rogalin
Die von den Wissenschaftlern durchgeführten Untersuchungen haben ergeben, dass es in diesem Park mehr als 1.500 monumentale Eichen gibt. Viele davon wachsen dort seit mehreren hundert Jahren, wobei die ältesten fast achthundert Jahre alt sind. Diese berühmtesten Eichen sind im Park am Schloss Rogalin zu sehen. Sie tragen die Namen Lech, Czech und Rus, zu Ehren der drei legendären slawischen Brüder, sowie Edward, der an Graf Edward Raczyński – den ehemaligen Schlossbesitzer – erinnert.
Die Eichen sehen frühmorgens, kurz nach Sonnenaufgang, einfach zauberhaft aus, wenn sich der Nebel im Warthe-Tal und in den Altarmen sammelt. Dieses nahezu mystische Erlebnis lockt regelmäßig die Fotografen scharenweise an.
Schloss Rogalin
Das Schloss Rogalin steht nicht nur für phänomenale Architektur und die erstaunliche Geschichte der Familie Raczyński, die sich um Polen und Poznań verdient gemacht hat. Es ist auch eine Gelegenheit, die erstaunliche Natur zu erleben und Kunst auf höchstem Niveau zu bewundern. Der Rundgang durch das Schloss umfasst liebevoll rekonstruierte Innenräume, die mit historischen Möbeln, Gemälden, Skulpturen sowie Alltagsgegenständen ausgestattet sind. Besonders beeindruckend ist die Bibliothek, die aussieht, als wäre sie ein Teil der Welt von Harry Potter.


Kanufahren auf der Warthe
Die Warthe auf der Strecke von Jaszkowo oder Radzewice bis nach Puszczykowo bildet eine sehr beliebte Route für Kanufahrten. Der Park sieht aus der Perspektive des Kanufahrers atemberaubend aus. Die Touristen sind oft überrascht, wie ruhig und still diese Route ist, die sich trotz der nahe gelegenen Stadt und der immer weiter reichenden Vorstädte nur einmal mit einer Autostraße kreuzt.
Auf dem Weg passiert man dafür das Naturschutzgebiet Krajkowo und einen Teil des Warthe-Tales, wo die uralten Eichen am zahlreichsten vorkommen.