Die Geschichte von Wągrowiec (dt. Wongrowitz) ist untrennbar mit der Präsenz der Zisterzienser verbunden. Bereits im Jahr 1153 ließen sie sich im nahegelegenen Lekno (Łekno) nieder. Als sich jedoch zeigte, dass das erste Kloster im sumpfigen Boden versank, entschieden sie sich, ihren Sitz an einen neuen Ort zu verlegen.
Bei einem Spaziergang durch Wągrowiec stößt man bis heute auf zahlreiche Spuren dieser klösterlichen Vergangenheit. Schon von Weitem zieht die markante Silhouette der Klosterkirche mit ihren zwei Türmen die Blicke auf sich. Zwar ist von ihrer einst reichen Ausstattung nur wenig erhalten geblieben, das Innere der Pfarrkirche des hl. Jakobus des Apostels (kościół farny pw. św. Jakuba Apostoła) ist dagegen deutlich reichhaltiger. Eindrucksvoll sind hier vor allem die prachtvollen Renaissancealtäre, die Sterngewölbe sowie die Polychromien aus dem 16. Jahrhundert.
Mit den Zisterziensern ist auch eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Wągrowiec verbunden – die Kreuzung der Flüsse Welna, auch Kleine Warthe genannt (Wełna) und Nielba. Es entstand infolge von Flussregulierungen und hydrotechnischen Arbeiten, die von den Zisterziensern durchgeführt wurden.
In den Vororten der Stadt lohnt sich zudem ein Halt an der ungewöhnlichen, pyramidenförmigen Grabkammer. Sie wurde von dem Offizier der napoleonischen Armee Franciszek Łakiński errichtet. Während seiner Feldzüge gelangte er mit Napoleons Truppen nach Ägypten, wo ihn der Anblick der Pyramiden nachhaltig beeindruckte. Inspiriert ließ er für sich ein Grabmal in ähnlicher Form errichten.
Wągrowiec ist eine Stadt, die auch Liebhaber von Erholung am Wasser anzieht. Der schön gestaltete Strand am Durowskie-See (Jezioro Durowskie) sowie die umliegenden Gewässer mit ihrer umfangreichen Infrastruktur und dem Verleih von Wassersportgeräten laden zu aktiver und entspannter Freizeitgestaltung ein.