Die Stadt Szamotuły (dt. Samter) liegt nur rund 30 Autominuten nördlich von Posen und begeistert mit einem außergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtbild voller enger Gassen. Als eine der wenigen Städte in Großpolen verfügt Szamotuły bis heute über ein Schloss – darunter den sagenumwobenen gotischen Halszka-Turm (Baszta Halszki). Zudem ist Szamotuły ein idealer Ausgangspunkt für Radtouren in den beeindruckenden Netze-Urwald (Puszcza Notecka).
Halszka-Turm
Ein faszinierendes Relikt vergangener Zeiten ist das Schloss in Szamotuły aus dem 15. Jahrhundert, mit der die Legende von Elżbieta Ostrogska, der Frau von Lukas III. Górka, verbunden ist, die im Turm gefangen gehalten wurde. Elżbieta, genannt Halszka, galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Aus Eifersucht soll ihr ungeliebter Ehemann sie im Turm eingesperrt haben, damit niemand anderes sie sehen konnte. Bis heute erzählt man, dass in mondlosen Nächten der Geist einer schönen, aber traurigen Frau in einem schwarzen Kleid durch die Schlossgärten wandelt…
Das Schloss beherbergt heute das Museum – Schloss Górków (Zamek Górków). Besucher erwartet dort nicht nur eine ethnografische Ausstellung zur Stadt und Region, sondern auch eine unschätzbare Sammlung orthodoxer und unierter Ikonen, von denen viele aus vereitelten Kunstschmuggelaktionen aus dem Osten stammen.
Stiftskirche in Szamotuły
In Szamotuły lohnt sich ein Besuch der gotischen Kirche der Trostreichen Muttergottes und des hl. Stanisławs (kościół pw. Matki Bożej Pocieszenia i św. Stanisława Biskupa), die den Rang einer Basilica minor hat. Sie ist das älteste erhaltene Baudenkmal der Stadt und entstand in den Jahren 1423-1431. Im Laufe ihrer langen Geschichte diente sie nicht nur den Katholiken, sondern auch den Evangelischen und den Böhmischen Brüdern.
Ein besonderes Objekt der Verehrung ist das Bildnis der Trostreichen Muttergottes. Seine Herkunft ist bis heute rätselhaft; vermutlich handelt es sich um eine orthodoxe Ikone, eine Kopie des Bildnisses der Gottesmutter von Kasan, das einst den Moskauer Fürsten gehörte. Im 17. Jahrhundert gelangte es nach Szamotuły und wurde rasch für seine Wunder bekannt.