Landschaftsschutzpark Jahrtausendpark Goplogebiet

Der Name dieses Landschaftsschutzparkes lässt vermuten, dass hier eine große Geschichte verborgen ist. Kein Wunder, schließlich ist der Gopło-See einer der Orte, wo vor über eintausend Jahren die Grundsteine für den künftigen polnischen Staat gelegt wurden. Der Legende nach war dies der Sitz des bösen, letztendlich von Mäusen gefressenen Königs Popiel, nach dessen Tod der Stellmacher Piast den Thron bestieg. Und aus ihm sollte dann die mächtige Dynastie der Piasten hervorgegangen sein.

Der Gopło-See ist einer der größten Seen in ganz Polen. Früher wurde Gopło als Mare Polonorum, das polnische Meer, bezeichnet. Dieser See hat eine ausgeprägte, längliche Form (ca. 25 km lang) mit zahlreichen Inseln, Landzungen und Buchten. Dies schafft hervorragende Bedingungen für die Wassersportler – sowohl für Kanufahrer als auch für Segler. Durch Gopło fließt die Netze und zusammen bilden sie einen Teil der Wasserstraße, der sog. Großen Schleife von Großpolen.

Ein beliebter Ausgangspunkt für Segler und Kanufahrer ist Kruszwica am Nordufer des Sees. Dort befindet sich auch der Mäuseturm, in dem der Legende nach König Popiel ums Leben gekommen sein soll. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Überbleibsel der Burg von König Kasimir dem Großen. Um 200 Jahre älter ist dagegen die steinerne Stiftskirche St. Peter und Paul, eine besonders interessante Sehenswürdigkeit im selten anzutreffenden romanischen Stil.

Am anderen Ende des Sees liegt Skulsk. Früher war Skulsk eine von mehreren Ortschaften, in denen die sog. „Ochweśnicy“ – Wanderhändler, die religiöse Bilder verkauften – ihren Geschäften nachgingen. Diese merkwürdige und eher geschlossene Gruppe hat ihren eigenen Dialekt entwickelt, um die Berufsgeheimnisse und viele Bräuche, einschließlich der Küche, zu bewahren. Und diese Küche ist zwar sehr einfach, dafür aber sehr nahrhaft und besteht aus Kartoffeln, Schweinefett sowie aus einer fetten Gans an den Feiertagen.