Konin ist eine Stadt voller Kontraste. Einerseits zählt sie zu den wichtigsten Industriezentren Großpolens, mit mächtigen Kraftwerken und einer bis vor Kurzem betriebenen Aluminiumhütte. Andererseits überrascht Konin mit einer gemütlichen Altstadt, mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten sowie zahlreichen Seen, Wasserwegen und Marinas. Von hier aus können Sie eine Kreuzfahrt auf dem Großpolen-Ring (Wielka Pętla Wielkopolski) unternehmen.
Der Meilenstein in Konin
Das älteste Denkmal der Stadt ist der berühmte Meilenstein in Konin. Viele Besucher rätseln über seine Bedeutung: Ist es eine Darstellung des Gottes Svantovit, ein Wegweiser oder gar ein phallisches Symbol eines heidnischen Kultes? Die Zweifel klärt die lateinische Inschrift auf dem Monument. Sie besagt, dass der Stein im Jahre 1151 auf Befehl des Palatins Piotr Włostowic errichtet wurde und die halbe Strecke zwischen Kalisch (Kalisz) und Kruschwitz (Kruszwica) markiert.
Der romanische Meilenstein gilt als das älteste erhaltene Wegzeichen Polens und als eines der ältesten Europas. Bemerkenswert ist, dass er das einzige bekannte Monument dieser Art ist, das außerhalb der ehemaligen Grenzen des Römischen Reiches erhalten geblieben ist. Wie die Inschrift besagt, wurde er genau auf halber Strecke zwischen Kalisz und Kruszwica aufgestellt.

Die Altstadt von Konin
Der Meilenstein befindet sich in der Nähe der gotischen Kirche des Hl. Apostels Bartholomäus (kościół św. Bartłomieja Apostoła), deren Architektur gotische, barocke und Renaissance-Elemente vereint. In der Renaissance-Kapelle ist besonders das Grabmal des Stifters Johannes Zemelius (Jan Zemełka) sehenswert – des reichsten und einflussreichsten Bürgers von Konin in der Renaissancezeit.
In der Nähe des Schlossplatzes (pl. Zamkowy) steht eine außergewöhnliche Synagoge aus dem Jahr 1832, deren maurisch-byzantinischer Stil sie zu einem architektonischen Unikat macht. Sie können auch das gründlich restaurierte Zemelius-Haus besichtigen, in dem heute die Touristeninformation untergebracht ist.
Das klassizistische Rathaus entfaltet seine ganze Wirkung, wenn man es aus einer bestimmten Perspektive betrachtet. Zu den historischen Bauwerken zählt auch das Kloster der Franziskaner-Reformaten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Moderne Symbole der Stadt sind die Boulevards an der Warthe (Warta), die zu entspannenden Spaziergängen einladen, sowie die avantgardistische Pferdeskulptur auf dem Marktplatz.


Gosławice
Die Burg in Gosławice (Zamek w Gosławicach) – im nördlichen Teil der Stadt – ist der Hauptsitz des Bezirksmuseums von Konin (Muzeum Okręgowe w Koninie). Der Bau der gotischen Burg sowie der benachbarten Kirche geht auf die Stiftung des Posener Bischofs Andreas Łaskarz (Andrzej Łaskarzyc) zurück. In den Museumssammlungen sind unter anderem Überreste ausgestorbener großer Pflanzenfresser zu sehen, die einst in der Umgebung des heutigen Konin lebten. Das Highlight der Ausstellung ist ein lebensgroßes Modell eines Waldelefanten, der vor etwa 100.000 Jahren in dieser Region heimisch war.
Die Ausstellung gliedert sich in mehrere thematische Bereiche. Im Schloss selbst wird die Geschichte der Stadt präsentiert. Darüber hinaus können Besucher ein ehemaliges Landgut, ein kleines Freilichtmuseum sowie eine Ausstellung zum Braunkohle-Tagebau besichtigen – ein Thema, das eng mit der Geschichte der Region verbunden ist.
Der Großpolen-Ring und die Seen von Konin
Die Umgebung von Konin, die nicht ohne Grund als „Masuren Großpolens“ bezeichnet wird, begeistert mit einer Vielzahl von Seen und einem breiten Angebot für Wassersportler. Ein Blick auf die Karte nördlich der Stadt zeigt eine beeindruckende Dichte an Gewässern, an deren Ufern sich zahlreiche Marinas und Anlegestellen befinden.
Verleihstationen für Wasserfahrzeuge bieten ein umfangreiches Angebot – sowohl für erfahrene Wassersportler als auch für alle, die gelegentlich mit dem Paddelboot oder Boot unterwegs sein möchten.
Konin ist ein wichtiger Punkt auf einer der attraktivsten Wasserstraßen Polens – dem Großpolen-Ring. Diese malerische, zugleich aber anspruchsvolle Wasserroute ist fast 700 Kilometer lang. Ein guter Ausgangspunkt für eine Paddeltour ist der Warthe-Boulevard (Bulwar Nadwarciański) in Konin.

