Die Kathedrale von Gniezno liegt auf dem majestätischen Lech-Hügel und gilt als der Mittelpunkt des Piastenweges. Sie ist der Krönungsort der ersten polnischen Könige und eines der Denkmäler der Geschichte. Die Kathedrale von Gniezno ist auch eine große Schatzkammer sakraler Kunst.
Die erste Kathedrale in Gniezno wurde bereits vor über tausend Jahren errichtet. Hier hat Boleslaw Chrobry die sterblichen Überreste des Heiligen Adalbert beigesetzt, die später zum Ziel der Pilgerreise des Kaisers Otto III. im Jahre 1000 wurden. Hier setzte Boleslaw Chrobry als erster die Königskrone auf, und die Kathedrale selbst war drei Jahrhunderte lang der Krönungsort für die weiteren Monarchen. Das gotische Bauwerk wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Die Kathedrale ist von einem Kranz barocker Kapellen umgeben.


Die Figur des Heiligen Adalbert ist dabei von dieser Kirche nicht mehr wegzudenken. Die Geschichte seines Lebens wird auf den Darstellungen auf der unschätzbaren Bronzetür von Gniezno erzählt, die im 12. Jahrhundert meisterhaft gefertigt wurde. Die achtzehn gegossenen Darstellungen aus dem Leben des Heiligen waren als eine Botschaft an die mittelalterlichen Analphabeten gedacht, während sie heute eine Art erstes Comic in der polnischen Geschichte bilden. Die Reliquien des Heiligen werden noch heute in einer reich verzierten Confessio im Presbyterium aufbewahrt, die dem Grab des Heiligen Petrus in Rom nachempfunden ist.
Das Untergeschoss der Kathedrale wurde für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wo ein archäologisches Reservat mit Relikten der frühesten Bauwerke und der ältesten erhaltenen Steininschrift in Polen aus dem Jahre 1006 eingerichtet wurde. Auf einem der Türme befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem aus sich ein fantastisches Panorama von Gniezno eröffnet.