Über Ziegenböcke aus dem Rathausturm
Das war in den Zeiten, als man Bauarbeiten im neuen, hervorragenden Rathaus von Poznań abgeschlossen hat. Bekrönung des neuen Wahrzeichens der Stadt sollte die Turmuhr sein, gebaut durch Meister Bartłomiej aus Gubin. Und das, dass die Uhr in dieser Zeit eine große Ausgabe war und Prestige, dann wurde entschieden, dieses Ereignis lautstark zu feiern. Namhafte Gäste wurden eingeladen, mit dem König selbst an der Spitze und ein Festmahl für sie vorbereitet. Zum Hauptgericht sollten gebratene Rehkeulen. Zum Drehen von Braten wurde der junge Koch Pietrek bestimmt. Dieser jedoch schlief bei der Arbeit ein, und Fleisch ist zum Kohlen verbrannt. Vor möglicher Strafe erschrocken hat er von den nahegelegenen Wiesen zwei dort grasende Ziegenböcke gestohlen, er beabsichtigte den Braten am Rost auszutauschen. Ziegenböcke fliehen jedoch dem täppischen Koch davon, sind auf den Turm hingelaufen und angefangen, mit Hörnern sich einander zu stoßen. Das ergötzte die Gäste so sehr, dass der König Schuld vergeben ließ und der Bürgermeister ließ dem Meister Bartłomiej zu der Uhr „die närrische Apparatur” (Ziegenbockwerk) mit zwei Ziegenböcken zugeben.

Wie die Teufel den Berg nach Poznań versetzten
Als Herzog Mieszko sich für Taufen entschied, war das nicht nach dem Geschmack den ganzen Heerscharen der Hölle. Deswegen fiel ihnen echt teuflische Idee ein, einen großen Berg vom Schlesien zu entführen und ihn in die Warta zu schmeißen, damit die Stadt die Burg auf Ostrów Tumski überschwemmt. Als sie ihn jedoch trugen, krähte Hahn ein wenig früher als gewöhnlich. Erschrockene Dämonen warfen also den Berg wo auch immer, und dieser statt in die Warta, auf ihren Ufer gefallen ist. Der erwies sich als sehr nützlich, denn zwei Jahrhunderte später auf ihm königliches Schloss errichtet wurde .
Über Gründung von Gniezno
Drei Gebrüder- Lech, Czech und Rus haben beschlossen, jeder in seine Richtung zu gehen und seinen Ort auf der Erde zu suchen. Lech ging in den Norden, wanderte viele Tage durch großpolnische Urwälder. Endlich beschloss er mit seiner Mannschaft unter einer riesigen Eiche unter freiem Himmel auszuruhen. Plötzlich, auf einem der Zweige erblickten sie einen weißen Adler, der im Nest saß. Er streckte majestätisch seine Flügel im Sonnenunterganglicht aus. Lech entschloss sich, den weißen Adler für sein Wahrzeichen anzunehmen, und auf der Wiesen inmitten des Waldes seine Burg zu bauen uns die Gniezno zu nennen.

Felsblock der Heiligen Hedwig aus Gołuchów
Im Wald beim Weg von Gołuchów nach Kalisz befindet sich ein riesiger Felsblock, so groß, das es am größten in ganzem Großpolen ist. Die Legende sagt, unter diesem Felsblock schläft eine Truppe mittelalterlichen Knechte, die in der Schlacht mit Tataren umkamen. Für das Gebet der Heiligen Hedwig wurde ihr Tode auf Schlaf ausgetauscht, so dass sie noch zum Kampf gehen können, wenn das Land in Gefahr stehen würde.
Schwarze Halszka aus Schlossturm
Die riesige Bastei im Schloss Szamotuły, obwohl vor allem zu Wehrzwecken gebaut wurde, diente viele Jahre als Gefängnis für die angeblich schönste Frau ihrer Zeit. Elżbieta Ostrogska, Halszka genannt, war auch Erbin einer immensen Fortune. Infolge dessen fiel sie zum Opfer von Intrigen, in welche die reichsten Magnatenfamilien in Polen verwickelt waren. Eheabenteuer von Halszka umfassten drei Trauungen, Entführung, Fahndung und Belagerung des befestigten Klosters. Endgültig wurde Elżbieta, aus dem Willen vom König Zygmunt August des II. Łukasz Górka als Frau vergeben, der aus einer der mächtigsten großpolnischen Familien stammte. Die dem Mann unwillige Halszka lehnte ihn völlig ab. Dieser, ermüdet, sollte sie angeblich für immer im Turm einsperren, um kein anderer ihre Schönheit sieht. Die Legende spricht auch über den unterirdischen Tunnel vom Schloss, dank welchem Halszka Messe hören konnte. Man sagt, bis heute in der Umgebung vom Schloss in Szamotuły in mondlosen Nächten eine geheimnisvolle Frauengestalt in schwarzem Kleid erscheint, die auf ihren Knechten wartet.
Über Brunnen auf dem Marktplatz in Grodzisk
Pater Bernard aus Wąbrzeźno, Benediktiner Mönch aus dem Kloster in Lubin, wanderte einmal durch Grodzisk, als er Jammern der Stadtbewohner hörte. Es hat sich herausgestellt, in der Stadt sind alle Wasserbrunnen ausgetrocknet worden. Das war eine Tragödie nicht nur für Einwohner, aber auch für alle in der Stadt arbeitenden Brauereien. Pater Bernard wurde traurig, betete am Brunnen auf dem Marktplatz und segnete ihn. Damals spritzte das Wasser so rein und so gut, das niemand je getrunken hat. Wasser stand für den großen Erfolg des Grodziskie Bier. Als Beweis der Dankbarkeit jedes Jahrschickten Brauer nach Kloster in Lubin einen großen Fass mit bestem Bier.

Dorotka in der Bastei eingesperrt
Das geschah in Kalisz. Tochter des hiesigen Namens Dorotka, verliebte sich mit Gegenliebe in dem armen Schuster Marcinek. Sie trafen sich geheim , bis die Sache entdeckt wurde. Er wutentbrannte Vater ließ der Tochter diese Mesalliance aus dem Kopf zu schlagen und verschloss sie für viele Jahre in der Stadt Bastei . Die eingesperrte Dorotka verlor Verstand, und die Bastei wurde seit dieser Zeit mit ihrem Namen genannt.
Die Weiße Dame von Kórnik
Kein Besuch im Schloss Kórnik ist komplett ohne die Legende von der Weißen Dame. Dahinter steckt eigentlich Teofila von Działyński-Potulicka, die die Besucher in ihrem edlen weißen Kleid direkt von ihrem Porträt aus beobachtet (und mal ehrlich: kein anderer Ort im Schloss zieht so viele neugierige Blicke auf sich!). Die Geschichte besagt, dass sie punkt Mitternacht aus dem Rahmen steigt, durch die castle-Eigenen Flure wandelt und sich im Park mit einem geheimnisvollen Reiter auf einem schwarzen Pferd trifft.
