Der Name Turek wird sowohl mit den nahegelegenen Braunkohlevorkommen als auch mit einem besonders schmackhaften, gereiften Käse in Verbindung gebracht. Vor allem aber erinnert er an eines der schönsten sakralen Bauwerke Polens – ein geniales Meisterwerk im Stil des „Jungen Polens“.
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war Turek ein bedeutendes Zentrum des Tuch- und Webhandwerks. Die Entdeckung von Braunkohlevorkommen in der Mitte des 20. Jahrhunderts leitete jedoch einen tiefgreifenden Wandel ein und prägte die Stadt als wichtiges Industriezentrum. Heute präsentiert sich Turek vor allem als „Stadt im Stil von Mehoffer“, deren Identität durch die außergewöhnlichen Werke dieses Künstlers und die mit ihm verbundenen Attraktionen bestimmt wird. Die mit Abstand größte davon ist die Kirche des Allerheiligsten Herzen Jesu (kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa) aus dem frühen 20. Jahrhundert. Sie beeindruckt mit Glasmalereien, Polychromien und Ölgemälden von Józef Mehoffer und beherbergt nach Krakau die zweitgrößte und wertvollste Sammlung sakraler Kunst des Malers in Polen.

Ein Besuch des Józef-Mehoffer-Museums der Stadt Turek ist daher ein absoluter Muss. Den Auftakt zum Projekt „Turek – Stadt im Stil von Mehoffer“ („Turek – miasto w klimacie Mehoffera“) bildete die Ausstellung „Józef Mehoffer – bekannter und unbekannter Künstler“ („Józef Mehoffer – twórca znany i nieznany“). Ziel des Projekts war die Rekonstruktion und Montage der in den 1930er Jahren unvollendeten Glasmalereien in der Kirche des Allerheiligsten Herzens Jesu sowie der Umbau des Rathauses für museale Zwecke. Die Dauerausstellung im Museum mit dem Titel „Das Werk von Józef Mehoffer in Turek” („Turkowskie dzieło Józefa Mehoffera”) ermöglicht es, das Schaffen des Krakauer Künstlers näher kennenzulernen. In den fünf sogenannten roten Sälen befinden sich Skizzen und Kartons (Entwürfe) für die Polychromie und die Glasmalereien der Kirche.
Beachtung verdient ebenfalls die nahe gelegene klassizistische evangelische Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, entworfen von Henryk Marconi. Der Marktplatz von Turek mit seinen Jugendstilhäusern, dem Rathaus und dem Brunnen verleiht der Stadt zusätzlichen Charme. Die Schönheit dieses Ortes wird von Besuchern ebenso geschätzt wie – und vielleicht sogar besonders – von seinen Einwohnern.