Eine charmante Kleinstadt, die sich am hohen Ufer der Warthe erstreckt. Lassen Sie sich jedoch nicht von ihrer Intimität täuschen, denn hier gibt es wirklich viel zu sehen und zu tun. Pyzdry (dt. Peisern) ist große Geschichte im kleinen Format. Einst zählte sie zu den wichtigsten Städten in Großpolen. Auch zur Zeit der Teilungen schrieb sie Geschichte: Pyzdry war damals die westlichste Stadt unter der Herrschaft der russischen Zaren.
Eine explosive Geschichte
Am besten beginnt man die Entdeckung von Pyzdry auf dem Marktplatz. Zwar ist das Rathaus infolge mehrerer Brände nicht erhalten geblieben, doch der Platz wird bis heute von charmanten kleinstädtischen Bürgerhäusern gesäumt. Das interessanteste und zugleich älteste ist das Vorlaubenhaus an der Ecke des Marktplatzes. Heute beherbergt es eine Abteilung des örtlichen Museums sowie ein stimmungsvolles Café.
In jener Epoche war in der Stadt ziemlich viel los. Das wohl bedeutendste Ereignis stammt aus der Zeit des Bürgerkriegs im 14. Jahrhundert, als hier erstmals in Polen Kanonen eingesetzt wurden. Diese außergewöhnliche Episode der Stadtgeschichte wird einmal jährlich beim Fest Wystrzałowe Pyzdry lebendig nachgestellt. An diese Geschichte erinnert auch eine Skulptur auf dem Marktplatz, die mittelalterliche Artilleristen darstellt.


Das größte Wandgemälde in Großpolen
Wie lässt sich die gesamte Geschichte einer Stadt in einem einzigen Bild erzählen? Keine leichte Aufgabe – und doch ist in Pyzdry dieses Kunststück gelungen. Wer mit dem Auto die Brücke über die Warthe überquert, kann eines der größten Wandgemälde Großpolens kaum übersehen.
Es zeigt eine Reihe historischer Bauwerke der Stadt – sowohl jene, die bis heute erhalten sind, als auch jene, die der Zeit zum Opfer gefallen sind. Zu sehen sind unter anderem das Königsschloss, die Pfarrkirche sowie das einstige hölzerne Rathaus.


Kirche oder Burg?
Das Panorama von Pyzdry, das sich von der Warthebrücke aus eröffnet, gehört zu den reizvollsten in ganz Großpolen. Ein markanter Blickfang ist der hohe, mit Zinnen gekrönte Turm. Entgegen dem ersten Eindruck handelt es sich dabei nicht um eine Burg, sondern um den Turm der gotischen Pfarrkirche.
Eine Burg gab es in Pyzdry tatsächlich, heute sind aber nur noch wenige Spuren von ihr erhalten. An ihrer Stelle befindet sich ein ehemaliges Franziskanerkloster und Kirche. Die direkt an einem steilen Abhang zur Warthe (Warta) stehende Kirche ist das markanteste der bis heute erhaltenen Bauwerke. Die ehemaligen Klostergebäude beherbergen heute das Museum der Region Pyzdry (Muzeum Ziemi Pyzdrskiej).
Die neueste Attraktion von Pyzdry ist eine renovierte holländische Windmühle – ein seltener Anblick in dieser Region Polens, wo hölzerne Bockwindmühlen deutlich verbreiteter waren. Die gemauerte Windmühle thront auf einem Hügel über der Stadt, ist voll funktionsfähig und wird gelegentlich in Betrieb genommen. Entlang des Flusses verläuft eine Promenade, die alle genannten Orte verbindet.