Diese elegante Stadt bildet das Tor zum Großpolnischen Nationalpark (Wielkopolski Park Narodowy). Viele Jahre bevor dieses Gebiet unter Naturschutz gestellt wurde, war Puszczykowo (dt. Puschkau, Unterberg) ein geschätzter Sommerurlaubsort, den die Einwohner von Posen an warmen Wochenenden zahlreich mit dem Zug oder mit einem kleinen Schiffchen über die Warthe (Warta) besuchten. Heute präsentiert sich Puszczykowo als vorbildliche Gartenstadt mit stilvollen Villen, die häufig aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen.
Auch wenn man hier keine spektakulären Sehenswürdigkeiten wie Schlösser oder mit Gold und Marmor geschmückte Kirchen findet, begeistert der Ort dennoch mit seinem unverwechselbaren Charme und lädt dazu ein, viele Stunden entspannt zu verbringen. Bei Spaziergängen durch schattige Straßen und Alleen lassen sich zahlreiche Villen bewundern, von denen viele über 100 Jahre alt sind und mit kunstvollen Schnitzereien, schmiedeeisernen Balkonen und dekorativen Holzgiebeln verziert wurden. In einer von ihnen, der Villa Mimoza (Willa Mimoza), befindet sich die Touristeninformation. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfreute sich der Schweizer bzw. Tiroler Stil großer Beliebtheit, der nicht nur bei Wohnhäusern, sondern auch bei Gästehäusern Anwendung fand. Auch zwei Bahnhöfe wurden in diesem Stil errichtet. Obwohl die Station Puszczykowo weiterhin in Betrieb ist, beherbergt sie heute vor allem ein stimmungsvolles Restaurant.

Eine besonders faszinierende Attraktion ist das Arkady-Fiedler-Museum (Muzeum Pracownia Literacka Arkadego Fiedlera). Der legendäre Schriftsteller und Reisende lebte in Puszczykowo, und sein Elternhaus – bis heute von weiteren Generationen der Familie Fiedler bewohnt – wurde in ein Museum mit zahlreichen Sammlungen von seinen Reisen umgewandelt. Es ist vom Garten der Toleranz (Ogród Tolerancji) umgeben, in dem sich Kopien von Statuen der Osterinsel und aztekischen Skulpturen befinden. Darüber hinaus können Besucher eine originalgetreue Nachbildung des Schiffes von Kolumbus sowie das Jagdflugzeug Hurricane besichtigen – genau wie jenes, mit dem die polnischen Piloten kämpften, die Fiedler in „Staffel 303” (Dywizjon 303) beschrieb.