Der Nationalpark Großpolen ist der einzige Park, der vollständig innerhalb der Grenzen von Großpolen liegt. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, warum er einen so einzigartigen Namen trägt. Dieser Park ist nämlich Großpolen im Kleinformat. Hier finden Sie alle Elemente einer typischen großpolnischen Landschaft: sanfte Hügel, Seen, Mischwälder und große Felsbrocken, hier und da herumliegend. Der Nationalpark Großpolen bietet auch eine Reihe sensationeller Wander- und Radwege sowie Aussichtstürme und sogar… die geheimnisvollen Ruinen einer Inselburg.
Los auf den Gipfel von Osowa Góra!
Ein Ausflug in den Nationalpark Großpolen kann zum Beispiel in Puszczykowo oder in Mosina beginnen. Sie können beide Städte mit dem Zug erreichen und dann dem Wanderweg Richtung Park folgen. Sie können Ihr Auto oder Wohnmobil auch auf einem der zahlreichen Waldparkplätze abstellen. Wir empfehlen einen Ausflug von Mosina zur Siedlung Jeziory (dort befinden sich die Parkverwaltung und das Museum) und dann weiter nach Puszczykowo. Sie werden den größten Teil der Strecke auf dem roten Wanderweg zurücklegen.
Im nördlichen Teil von Mosina liegt Osowa Góra. Die Höhe von 131 Metern ist vielleicht nicht gerade überwältigend, der Berg bietet dafür einen hervorragenden Panoramablick über das gesamte Parkgebiet. Dazu trägt auch der Aussichtsturm auf dem Gipfel bei. Von dem Spitzenpunkt hat man den Blick nicht nur über ein Meer von Bäumen, sondern auch über die hervorragende Skyline von Poznań mit allen Hochhäusern.
Von hier aus gelangen wir in den bewaldeten Teil des Parks. Vom nahe gelegenen Parkplatz aus führt der rote Wanderweg zu allen interessanten Orten. Und unterwegs müssen Sie bei einer Besonderheit unbedingt einen Halt machen. Es geht um den sog. Napoleonbrunnen, aus dem der Kaiser der Franzosen höchstpersönlich getrunken und dessen Wasser wie Champagner geschmeckt haben soll. Die Legende besagt, dass in einer Nacht des Jahres dieses Wasser zu Champagner wird, leider weiß niemand mehr, in welcher Nacht das passieren soll.

Von See zu See
Der rote Wanderweg führt Sie schnurstracks zwischen den drei Seen, die alle sehr unterschiedlich sind. Der erste ist der kesselförmige Jezioro Kociołek – ein fast ideal runder See mit glasklarem Wasser, der in einer Senke liegt und malerisch vom Wald umgeben ist. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie an den Seeufern mit Sicherheit durch die Biber angefressene Baumstämme entdecken.
Sie sind nun etwa 30 Minuten von einer der größten Attraktionen des Nationalparks Großpolen entfernt – dem See Jezioro Góreckie. Dieser See begeistert mit seiner hervorragenden Lage, den hohen Ufern, die eine großartige Aussicht bieten, aber auch mit einigen schönen Stränden. Gehen Sie aber zunächst unbedingt zur Aussichtsbrücke hinunter, um von dort aus die Ruinen der romantischen Burg auf der Burginsel zu sehen. Diese Burg war ein Hochzeitsgeschenk des Grafen Tytus Działyński an seine Schwester Klaudyna Potocka. Weiter führt der rote Wanderweg um den See herum und hinauf zum Museum des Nationalparks Großpolen.


Museum des Nationalparks Großpolen
Aus der Ferne sieht das Gebäude, in dem das Museum des Nationalparks Großpolen untergebracht ist, recht merkwürdig aus. Kein Wunder, denn es wurde während des Krieges für den Nazi-Würdenträger Arthur Greiser gebaut. Anstatt jedoch die Villa abzureißen, beschlossen die pragmatischen Stadtbewohner, sie für andere Zwecke umzugestalten. Heute befinden sich dort die Unterrichtsräume und eine ziemlich interessante Ausstellung über die Natur des Nationalparks Großpolen und seine Geschichte.
Nach Puszczykowo
Von hier aus führt der rote Wanderweg vor allem durch den Wald, gelegentlich auch zwischen sanften Hügeln. Nach etwa einer Stunde Fußmarsch verlassen Sie den Park und sehen die ersten Häuser von Puszczykowo. Früher war diese Ortschaft ein beliebtes Reiseziel der Einwohner von Poznań an den Feiertagen, inzwischen ist sie zu einem eleganten Villenviertel geworden. Viele Gebäude, darunter die beiden Bahnhöfe, wurden im damals angesagten Tiroler und Schweizer Stil errichtet.
Neben der interessanten Architektur finden Sie hier auch einige gute Restaurants. Und der Besuch in der Eisdiele der Familie Kostusiak direkt neben dem Bahnhof Puszczykówko ist wirklich ein Muss. Der Laden ist nämlich seit 75 Jahren ununterbrochen in Betrieb.

Kanufahren auf der Warthe
Die Warthe ist eine interessante und nicht besonders schwierige Kanuroute und zugleich ein Teil der Wasserstraße der Großen Schleife von Großpolen. Besonders attraktiv ist die Strecke, die durch den Nationalpark Großpolen und den benachbarten Landschaftsschutzpark Rogalin führt. Sie können die Kanufahrt an der Anlegestelle in Radzewice, östlich von Mosina, beginnen und in Puszczykowo beenden. Auf dem Weg dorthin paddelt man zwischen den Auen der Warthe, den Wiesen und in der Nähe von den alten Eichen (einige sind sogar 500 Jahre alt!). Die Zivilisation bleibt weit hinterher und auf der gesamten Strecke gibt es nur eine Brücke über den Fluss.
Natürlich brauchen Sie kein eigenes Kajak, denn es gibt viele Unternehmen in der Region, die die gesamte Kajaktour organisieren und die notwendige Ausrüstung zur Verfügung stellen.