Łazarz

Łazarz ist eines der drei historischen Viertel Poznańs – neben Wilda und Jeżyce – die rund um das Stadtzentrum liegen. Charakteristisch für dieses Quartier sind prachtvolle Mietshäuser im Jugendstil und Eklektizismus, die sich problemlos mit jenen in Prag oder Wien messen können. Die meisten Besucher zieht jedoch die Poznańer Internationale Messe sowie das im historischen Wilson-Park gelegene Palmenhaus an – beide befinden sich in Łazarz.

Bis zum Jahr 1900 lag das heutige Łazarz übrigens außerhalb der Stadtgrenzen von Poznań und war eine eigenständige Ortschaft. Seine Wurzeln reichen ins Mittelalter zurück, als das Gebiet dem Lazarus-Hospital gehörte – daher der Name des Viertels.

Mit dem Rundgang beginnt man am besten auf dem Rynek Łazarski, dem lebendigen Marktplatz und Handelszentrum des Viertels, der seine beiden Teile auf beiden Seiten der Głogowska-Straße verbindet. Von hier ist es nur ein kurzer Spaziergang zum Wilson-Park, benannt nach dem in Polen geschätzten amerikanischen Präsidenten. Ursprünglich als botanischer Garten angelegt, lädt der Park bis heute zum Erholen ein. Wer exotische Pflanzen sehen möchte, sollte das Poznańer Palmenhaus besuchen – das größte in Polen. Ideal für einen Winterspaziergang: Draußen herrscht Frost, drinnen sind es über 20 Grad.

Hala Widowiskowa Arena
Hala Widowiskowa Arena

Hinter dem Park verlaufen die Matejki- und Wyspiańskiego-Straße, wo man die schönsten und reich verzierten Mietshäuser findet. Das eindrucksvollste Ensemble, Johow-Gelände genannt, erinnert an das Berliner Wilmersdorf.

Zwei historische Kirchen prägen die Silhouette von Łazarz. Die neugotische St.-Anna-Kirche, ursprünglich evangelisch, wirkt wie aus einer hansestädtischen Kulisse – mit einem prächtigen Portal und einer großen Rosette. Ganz in der Nähe steht die neoromanische Kirche „Unsere Liebe Frau der Schmerzen“, deren rote Ziegel etwas anderes vermuten lassen könnten. Berühmt ist sie für die Kopie der Pietà von Michelangelo. Die Replik ist so gelungen, dass sie zur Restaurierung des originalen Kunstwerks genutzt wurde, nachdem es durch einen Vandalen beschädigt worden war.

Ein moderneres Wahrzeichen des Viertels ist die Sporthalle Arena, deren modernistische Architektur vom Palazzo dello Sport in Rom inspiriert wurde.