Die Zisterzienser wählten für ihre Niederlassungen stets abgelegene Orte, die sich oft an Flüssen und in sumpfigen Gebieten befanden, und die sie dann mit harter Arbeit urbar machen mussten. In Ląd an der Warthe war es genauso, wobei die Zisterziensermönche vom Fürst Mieszko dem Alten im 12. Jahrhundert nach Ląd geholt wurden. Das Werk der Mönche ist ein außergewöhnlich schönes Kloster sowie eine Kirche mit Gartenanlagen.
An der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert wurden die ersten Bauwerke und eine romanische Kirche errichtet. Wie diese Gebäude heute aussehen, ist dem Abt Mikołaj Antoni Łukomski zu verdanken. Der Abt beauftragte nämlich den berühmten italienischen Barockarchitekten Pompeo Ferrrari mit der Durchführung der Bauarbeiten. Die monumentale Kuppel der Klosterkirche in Ląd ist ebenfalls sein Werk.

Diese Kuppel wirkt atemberaubend, sobald der Innenraum betreten wird, nicht zu übersehen sind aber auch die phänomenal verzierten Altäre sowie die Kanzel. Im Seitenaltar der Heiligen Ursula befindet sich ein Reliquiar, das nicht nur die sterblichen Überreste der Heiligen Ursula beinhaltet, sondern insgesamt 55 Köpfe, denen Heiligkeit zugeschrieben wird. Es ist die größte Sammlung dieser Art in Polen.
Im Presbyterium der Kirche fällt das Chorgestühl auf, wo sich die Mönche zum Gebet versammelten (sieben Mal am Tag). Die Stufen, die zu den Sitzplätzen führen, haben die Form von Löwen. Das Betreten dieser Stufen sollte den Sieg über den Satan symbolisieren.
Interessant ist das gotische Kapitelhaus des Klosters, der als Versammlungs- und Beratungsort der Zisterzienser diente. In den dort aufgestellten Bänken gibt es kleine Gemälde – eine Sammlung von Zisterzienserheiligen. Neben dem Kapitelhaus befindet sich die wertvollste Sehenswürdigkeit des Klosters: das Oratorium des Heiligen Jakobus des Apostels. Die dort erhaltene Polychromie stammt aus dem Jahre 1370!
Die Klosteranlage ist täglich für die Besucher zugänglich. Es besteht die Möglichkeit, an einer Klosterführung teilzunehmen, die in der Regel von einem der dortigen Priesterseminaristen durchgeführt wird.