Der Posener Dom

Der Posener Dom zählt zu den wichtigsten Orten, die mit den Anfängen des polnischen Staates und der Christianisierung Polens verbunden sind. Gerade hier, in Posen auf der Dominsel (Ostrów Tumski), entstand der erste Bischofssitz des Piastenreiches, den Bischof Jordan übernahm

Die Posener Kathedrale gleicht einem Architekturlehrbuch, das den Besucher Schritt für Schritt durch verschiedene Epochen führt. In den unterirdischen Räumen haben sich Relikte der ersten Kirche erhalten, die an dieser Stelle stand; ein Teil der Frontwand besteht aus romanischen Steinblöcken, und der Hauptbaukörper wurde aus ziegelrotem Backstein im Stil der Backsteingotik errichtet. Der Kapellenkranz, der den Hauptteil der Kathedrale umgibt, ist überwiegend im Barockstil gestaltet.

Das Innere der Kathedrale birgt zahlreiche äußerst wertvolle Denkmäler sakraler Kunst. Der gotische Hochaltar wurde von bedeutenden schlesischen Meistern geschaffen. Bewundern kann man außerdem eine prächtige barocke Kanzel und ein Taufbecken, gotische Chorgestühle, Renaissance-Grabdenkmäler der Familie Przecławski sowie Rotguss-Grabplatten aus der Nürnberger Vischer-Werkstatt.

Złota Kaplica w katedrze Poznaniu
Złota Kaplica w Poznaniu (Fot. Adam Ciereszko)
katedra w Poznaniu podświetlona w nocy
Katedra w Poznaniu (fot. A. Klary)

Ein besonderes Prunkstück ist die Goldene Kapelle (Złota Kaplica). Ihre reiche Ausstattung knüpft unmittelbar an die Geschichte des frühen polnischen Staates an. Hier befindet sich ein Denkmal und zugleich ein Sarkophag von Mieczyslaus I. (Mieszko I) und Boleslaus I. Chrobry (Bolesław Chrobry) – den ersten christlichen Herrschern Polens.

Sehenswert ist auch das sogenannte Schwert des Heiligen Simon Petrus (Miecz Świętego Piotra). Das Original soll im Erzdiözesanmuseum (Muzeum Archidiecezjalne) aufbewahrt werden, eine Kopie ist im rechten Seitenschiff der Kathedrale zu sehen. Der Legende nach soll es sich um jenes Schwert handeln, mit dem der Apostel Petrus Jesus im Garten Getsemani verteidigt

Unterirdische Räume

Bei einem Besuch der Kathedrale sollten Sie sich die äußerst interessanten unterirdischen Räume nicht entgehen lassen. Hier sind Überreste von drei früheren Sakralbauten erhalten – aus vorromanischer, romanischer und gotischer Zeit. Von besonderer Bedeutung sind die Relikte der ursprünglichen Gräber der beiden ersten polnischen Herrscher: Mieczyslaus I. und Boleslaus I. Chrobry. Zu den unterirdischen Bereichen gehört auch die bis heute bestimmungsgemäß genutzte Grabkrypta der Posener Erzbischöfe.

wieże katesry w Poznaniu
Panorama znad katedry (fot. K. Kaszubowska)

Aussichtspunkt

In einem der Türme der Kathedrale wurde ein Aussichtspunkt eingerichtet, der einen herrlichen Blick über das Zentrum von Posen eröffnet – einschließlich des ältesten Teils der Stadt, der Dominsel und des Stadtteils Śródka. Da es sich um eine neue touristische Investition handelt, werden Besucher bequem mit einem Aufzug nach oben gebracht.