In dem vor allem durch Flachland geprägten Großpolen haben die Hügel schon immer große Neugier entfacht. Auf einem dieser Hügel – dem sog. Heiligen Berg – befindet sich am Rande der Stadt Gostyń eine der schönsten Barockkirchen Polens. Sie ist Teil des Klosters der Philippiner. Die Basilika auf dem Heiligenberg ist nicht nur ein berühmter Marienwallfahrtsort. Bekannt ist sie vor allem für Polens größte Kuppel (17 m Durchmesser, 50 m Höhe) und das alljährliche Festival der Oratorienmusik.
Der Heilige Berg war schon im Mittelalter ein besonderer Ort, als sich hier eine Holzkapelle befand. Das wundertätige Bild der Jungfrau Maria, das zu einem Wallfahrtsort geworden ist, stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1668 holte Adam Konarzewski den Orden der Philippiner nach den Heiligen Berg, und bis heute sind die Philippiner im Besitz dieses Ortes. Als Vorbild für die Basilika diente die Kirche Santa Maria della Salute in Venedig, von der Zofia Opalińska, die Ehefrau von Adam Konarzewski, äußerst beeindruckt war.


Innenraum
Der Innenraum der Basilika ist – wie es sich für einen Barockbau eben gehört – sehr reich verziert. Die riesige Kuppel ist von innen mit Polychromien bemalt, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Philipp Neri darstellen. Auf dem Altar befindet sich bis heute das wundertätige Bild. Bei der Besichtigung der Kirche sollte man sich unbedingt die über dem Seiteneingang eingemauerte Kanonenkugel ansehen. Sie ist ein Andenken an eine Schlacht aus dem Siebenjährigen Krieg. Die unterirdischen Krypten unter der Kirche sind ebenfalls einen Besuch wert, aber dies ist eine Expedition für Menschen mit starken Nerven.
Festival
Jedes Jahr findet in der Kirche Ende September das Festival der Oratorienmusik Musica Sacromontana statt. Die Geschichte dieses Festivals geht auf die Entdeckung verlorener Manuskripte mit den Musikwerken von Komponisten, die einst bei der Basilika auf dem Heiligenberg tätig waren, zurück. Die Musik hat schon immer eine wichtige Rolle in der Arbeit und im Leben der Philippiner gespielt. Während des Festivals sind neben den Werken klassischer Musiker auch die Werke von Joseph Zeidler zu hören, der mit diesem Orden verbunden war.