Landschaftsschutzpark Warthegebiet

In ganz Großpolen gibt es wohl keinen besseren Ort für die Vogelbeobachtung. Wie der Name schon sagt, erstreckt sich dieser Landschaftsschutzpark vor allem über die Talaue der Warthe, die im Frühjahr und Sommer scharenweise die Vögel anlockt. Dies ist eine der beliebtesten Strecken der Wasserstraße, der sog. Großen Schleife von Großpolen, aber Sie können den Park genauso gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Früher zog das sumpfige Tal nicht nur Vögel an, sondern auch die Zisterziensermönche, die sich hier ihren Rückzugsort aussuchten und in Ląd eine imposante Abtei errichteten.

Republik der Vögel

Die heutige Landschaft ist das Ergebnis der traditionellen Talnutzung, die vom wechselnden Hoch- und Niedrigwasser abhängt und durch Flussauen geprägt ist. Zwischen den Wiesen und Binsengewächsen befinden sich dort zahlreiche Altarme. Menschliche Siedlungen sind dagegen nur spärlich vorhanden und liegen entweder auf den hohen Ufern oder auf den Hügeln. Feuchtwiesen sind ein idealer Ort für Hunderttausende von Vögeln. Das Wahrzeichen des Landschaftsschutzparkes Warthegebiet ist der Kiebitz, wobei Störche in so gut wie jedem Dorf anzutreffen sind.

łęgi nad brzegiem Warty
Nadwarciański Park Krajobrazowy (fot. B. Kończak)

Zisterzienser aus Ląd

Ein unvergesslicher Ort, der etwas abgeschieden inmitten der Auen der Warthe liegt. Genau solche Standorte suchten sich die Zisterzienser aus, um sich ganz ihrem Grundsatz zu widmen: Ora et labora – bete und arbeite.

Und die Geschichte dieses Ortes geht auf das 12. Jahrhundert zurück, als Herzog Mieszko der Alte das Kloster gründete und reich beschenkte. In den Jahren 1720-1730 haben die Mönche den berühmten Architekten Pompeo Ferrari mit umfassenden Umbauarbeiten beauftragt. Die monumentale Kuppel der Klosterkirche in Ląd ist vor allem sein Werk. Aus noch früheren Epochen stammt dagegen die wertvollste Sehenswürdigkeit dieses Klosters – das Oratorium des Heiligen Jakobus des Apostels. Die dort erhaltene Polychromie stammt aus dem Jahre 1370!

Kanufahren auf der Warthe

Unabhängig von der Jahreszeit ist es am besten, die Gegend mit dem Kanu zu erkunden. Professionell ausgestattete Anlegestellen gibt es in Ląd und in Pyzdry, aber auch in Ciążeń sowie in der Nähe von Białobrzegi können die Kanus vom Stapel gelassen werden. Auf dieser Strecke fließt die Warthe recht gemächlich, es ist lediglich auf Sandbänke mitten in der Strömung und auf die Seilfähre in Ciążeń zu achten. In der Gegend werden Kanufahrten durch zahlreiche Unternehmen angeboten.

panorama Pyzdr
Pyzdry (fot. Karol Budziński)

Pyzdry

Eine bezaubernde kleine Stadt am Hochufer der Warthe. Pyzdry – große Geschichte in einer kleinen Stadt. Einst war das ja eine der wichtigsten Städte in Großpolen. Sie ging auch in die Geschichte ein, als bei der Belagerung der hiesigen Burg zum ersten Mal auf den polnischen Gebieten Schusswaffen eingesetzt wurden. Diese und andere Geschichten sind auf dem größten Mural in Großpolen dargestellt, und weitere Geschichten können Sie im lokalen Museum entdecken. Zum Museum gehört auch eine der wenigen noch erhaltenen Windmühlen im holländischen Stil.