8 Routen für einen Tagesausflug

Nationalpark Wielkopolska

Posen genießt das besondere Privileg, dass man vom Stadtzentrum aus in praktisch 20 Minuten in einem Nationalpark sein kann. Was ebenso wichtig ist: Am besten nimmt man dafür den Zug. Der Nationalpark Wielkopolska (Großpolen) ist quasi eine Miniaturversion der gesamten Region. Hier gibt es alles zu sehen, was typisch für unsere Gegend ist: Seen, Wälder, sanfte Hügel und das breite Tal der Warthe.

Für eine Wanderung empfehlen wir den roten Wanderweg von Mosina nach Puszczykowo. Die erste Etappe vom Bahnhof in Mosina legt man auf dem blauen Weg zurück, der auf dem Gipfel des Hügels Osowa Góra (dort steht ein hoher Aussichtsturm) auf den roten Weg trifft. Für die gesamte Strecke solltet ihr etwa 3 Stunden einplanen. Unterwegs umrundet ihr den Góreckie-See, seht die Burgruine auf der Insel und schaut im Naturkundemuseum vorbei. Die Wanderung endet in Puszczykowo, ebenfalls direkt am Bahnhof. Die Gesamtdistanz beträgt 17 km.

(fot. Jacek Cieślewicz)
Wielkopolski Park Narodowy

Im Kamionka-Tal

Der Landschaftsschutzpark Kamionka-Tal ist einer der kleinsten in Großpolen, aber gleichzeitig unglaublich charmant. Ein Spaziergang durch den Park bedeutet engen Kontakt mit dem Wald und dem munter fließenden Bach Kamionka sowie die Möglichkeit, Tiere zu beobachten und dem Vogelgesang zu lauschen. Startpunkt ist das Dorf Mniszki, in dem ein sehr interessantes Naturbildungszentrum einlädt.

Die lange Route führt von hier aus auf dem roten Weg zum Dorf Kamionna mit seiner alten, gotischen Kirche, und zurück über den gelben Weg (ca. 10 km). Die kürzere Variante ist ein Rundweg, der als Lehrpfad angelegt ist (ca. 5 km).

Dolina Kamionki, widok z punktu widokowego w Kamionce
Dolina Kamionki (fot. J. Cieślewicz)

Auf den Gipfel des Gontyniec

Der Gontyniec ist einer der interessantesten Hügel in Großpolen. Der Legende nach soll sich vor Jahrhunderten auf seinem Gipfel ein heidnischer Tempel befunden haben, heute ist er jedoch vor allem ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge. Die Wanderung zum Gipfel kann man entweder am Parkplatz am Fuße der Erhebung beginnen oder am Bahnhof in Chodzież – hierher gelangt ihr ganz bequem mit dem Zug aus Posen.

Auf den Gipfel führt der rote Fußwanderweg. Zurückgehen kann man auf demselben Weg oder man wählt den gelben Pfad. Die Route ist etwa 14 km lang. Zum Abschluss lohnt es sich, noch ein Weilchen in Chodzież selbst zu verweilen, wo sich direkt am See mehrere Restaurants befinden.

Góra Gontyniec i jej okolice widziane z drona
Góra Gontyniec

Über trockenes und nasses Land

Zur Abwechslung wird dieser Weg absolut flach verlaufen. „Über trockenes und nasses Land“ ist der Name eines Lehrpfads und markierten Wanderwegs im Warthe-Landschaftsschutzpark (Nadwarciański Park Krajobrazowy). Er beginnt im Dorf Ląd, direkt neben dem berühmten Zisterzienserkloster und dem Naturbildungszentrum.

Die Route durchquert die teilweise überschwemmten Gebiete des breiten Warthetals und schlängelt sich dabei mal an Altwassern, mal an feuchten Wiesen vorbei. Am besten besucht man diese Gegend im Frühling, wenn Tausende von Vögeln ins Warthetal fliegen, um hier ihre Nester zu bauen und zu brüten. Ihre Zahl in der Luft, auf der Erde und auf dem Wasser ist einfach unvorstellbar. In Kombination mit den Stimmen von Dutzenden verschiedenen Arten entsteht hier ein großartiges Naturschauspiel.

rozlewiska nad Wartą
Dolina Warty (fot. P. Kijewski)

Im Land der 100 Seen

Wanderwege gibt es im Land der 100 Seen wirklich jede Menge und interessanterweise verlaufen die meisten von ihnen direkt an Seen entlang. Aus dieser Vielfalt möchten wir euch zwei besonders schöne Optionen ans Herz legen.

Der erste ist der rote Weg von Sieraków entlang des Lutomskie-Sees. Dieser See steht unter Naturschutz, Strände gibt es hier also nicht, dafür kann man mit etwas Glück einen jagenden Seeadler entdecken. Der zweite spannende Weg führt von Chalin, genauer gesagt vom Naturbildungszentrum, zum Chalinek-See und zum Ławickie-See. Der Pfad führt an einer Stelle steil bergab über in den Hang gehauene Stufen und leitet euch dann durch tiefe Schluchten. Am Talgrund befinden sich die Ruinen einer alten Mühle. Nach einer Runde von etwa 5 km seid ihr wieder zurück am Parkplatz.

Kraina 100 Jezior - Jezioro Jaroszewskie
Kraina 100 Jezior – Jezioro Jaroszewskie (fot. Jacek Cieślewicz)

Durch die Zielonka-Heide

Die Zielonka-Heide (Puszcza Zielonka) ist die zweite „grüne Lunge“ von Posen. Sie liegt nördlich der Stadt und ist, genau wie der Nationalpark, sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug super einfach zu erreichen. Für die Bahn-Variante schlagen wir vor, mit dem Zug bis zur Station Owińska zu fahren und von dort durch den Wald bis zum Bahnhof Czerwonak zu wandern.

Der erste Abschnitt verläuft entlang des blauen Weges, der sich später mit dem roten Pfad verbindet. Die gesamte Strecke misst etwa 14 km. Die Highlights am Wegesrand sind das ehemalige Zisterzienserkloster in Owińska sowie der Berg Dziewicza Góra, auf dessen Gipfel ein Aussichtsturm emporragt.

jesień na szlaku
Puszcza Zielonka (fot. M. Kozłowska)

Im Herzen der Heide

Die Noteć-Heide (Puszcza Notecka) ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in ganz Polen und erstreckt sich über eine Länge von mehr als 100 km. Dies ist ein Ort, an dem man wunderbar spazieren gehen oder Rad fahren kann und oft eine Stunde lang keiner Menschenseele begegnet. Mitten im Herzen der Noteć-Heide liegt die Siedlung Miały, die – man höre und staune – sogar eine eigene Bahnstation hat.

Von hier aus startet eine sehr schöne Route von rund 13 km Länge. Zuerst folgt man dem Waldweg in Richtung des Dorfes Mężyk, der Rückweg verläuft dann auf dem blauen Wanderweg. Die ganze Zeit wandert ihr durch Kiefernwälder entlang des Baches Miała und passiert dabei vier Seen. In Miały gibt es zudem ein Geschäft und ein Restaurant für eine gemütliche Rast.

bór sosnowy w Puszczy Noteckiej
Puszcza Notecka (fot. Rafał Sierchuła)

Rund um den Powidzkie-See

Eine Route für Ambitionierte, denn sie schlägt mit stolzen 30 km zu Buche. Kürzer kann sie allerdings auch nicht sein, da sie um den größten See Großpolens führt – den Powidzkie-See.

Die Tour startet und endet auf dem Marktplatz in Powidz. Die meiste Zeit läuft man dicht am See, streckenweise sogar fast direkt an der Uferlinie. Die Landschaft wechselt dabei mehrmals. Am Anfang ist es der Strand in Powidz, dann führt der Weg in den Wald am Nordufer, um anschließend einige verschlafene Dörfer zu durchqueren, die sich am Ostufer des Powidzkie-Sees aneinanderreihen. Die Route ist vor Ort als Lehrpfad „Wokół Jeziora Powidzkiego“ ausgeschildert. Powidz selbst ist ein beliebter Erholungsort, wo ihr Strände, Bootsverleihe und mehrere Restaurants findet.

zachód słońca
Przystań Ostrowo (fot. Karol Budziński)